Portrait: The Pleasures im Sommerinterview

Kinder, wie die Zeit vergeht. Nun ist es schon wieder ein halbes Jahr her, dass uns die heißen Herren von The Pleasures beim Adventsgewinnspiel verrieten, was sie so zur kalten Jahreszeit treiben. Aber was machen coole Typen in der warmen Jahreszeit? Das war die eigentliche Frage.  Was dann noch so zum Vorschein kam, wenn die GlamRocker aus Hamburg erst mal beginnen draufloszuplappern … lest selbst ;)

*****

Oberirr: Hallo liebe Pleasures, schön, dass ihr euch mal wieder Zeit für mich nehmt. Wie geht es euch?

Dancette: Blendend liebe Estra! Ich hoffe, dir geht es auch gut!?

Curtis: Alles alright!

Taranaki: Danke der Nachfrage, sehr gut!

Sensal: Alles normal im Step.

Oberirr: Was gibt´s Neues im Hause The Pleasures

Sensal: Ich habe mir neue Klamotten gekauft. Hach, sind die schick und glänzen…

Curtis: Wir arbeiten an einem neuen Album. Es gibt schon einige gute Grundlagen, wenn auch hier und da noch gut geschraubt werden kann. Man kann aber wohl sagen, dass es vielseitig und doch typisch The Pleasures sein wird…

Dancette: Und wir haben seit Neuem echte The Pleasures-Aufnäher in unserem Merchandising. Diesmal so richtig farbig, viel größer und extra cool!

Oberirr: Und wie verbringt ihr den Sommer?

Sensal: In den meisten Fällen mit einem Instrument im Arm, außer beim Schwimmen. Ich persönlich habe einen Lieblingssee, in dem ich möglichst viele Kilometer im Wasser zurücklege. Das mache ich solange bis der See versandet ist.

Dancette: Ganz klassisch. Zunächst: ich reise viel herum. Ich war gerade in Leipzig samt Umgebung und fühlte mich an Waldbadeseen in meine Kindheit der 80er Jahre zurück versetzt. Vieles hat sich dort irgendwie kaum verändert und ich finde das super! Ich liebe es, die Seele baumeln zu lassen, während die Sonne scheint und meinen Lichtschutzfaktor 50+ auf meiner Haut erwärmt, während ich sicher im Schatten sitze. Dazu gebe ich hier und da Konzerte zusammen mit Mike Breeze, den du aus dem Yes, It´s Us Video kennst, was auch wiederum mit Reisen verbunden ist.

Taranaki: Ganz verschieden. Dancette muss sich dringend mal wieder den Pool des Ferienhauses in Dubai kümmern, da soll ein Blatt drin gesehen worden sein, Curtis hat sich vorgenommen etwas mehr Abwechslung in sein Leben zu bringen und dafür auch mal den schwarzen Ferrari zu nehmen, Sensai installiert ein Hologramm Kino in sein Schluss für lange Horrofilmnächte und Taranaki macht Lärm.

Oberirr: Eure Konzerte sind bekannt dafür, dass sie bunt, schrill und effektgeladen sind. Wie muss man sich euch während eurer Proben vorstellen?

Curtis: Bei den Proben vor den Konzerten nehmen wir uns die Zeit und konzentrieren uns auf die musikalischen Abläufe und wichtige Details. Aber auch wichtige Showelemente werden besprochen und notiert.

Dancette: Früher habe ich gerne das Licht während der Probe ausgemacht, schaltete Lichteffekte ein und penetrierte meine Bandfreunde mit Nebeleffekten und hängte denen Federboas um. Das kam leider nicht immer gut an, da wir ja nur vier sind, aber so klingen wollen, als währen da 8 bis 10 Leute in der Band. Man muss sich also höllisch konzentrieren und meine Effekte schraubte ich langsam während der Proben zurück. Obwohl unser Proberaum recht klein ist, bewege ich mich während der Proben sehr, sehr viel und arbeite so an meiner Bühnenkondition. Auf der Bühne ist aber endlich wieder alles erlaubt! Ach ja…die blöden Witze gibt´s bei uns nicht nur auf der Bühne. Es kommt hin und wieder vor, dass wir uns im Proberaum mehr dämliche Jokes erzählen und diese bis ins Detail sprachwissenschaftlich zerreißen, dass wir kaum in der Lage sind, ordentlich weiter zu proben. Schade eigentlich, dass ich auf der Bühne so gar kein Talent für hohle Witze habe. Ich pointiere immer die Verdrehungen…ich meine, ich verdrehe immer die Pointen…

Sensal: Das schöne für mich an unseren Konzerten ist, das der Großteil von dem was passiert weder geprobt noch abgesprochen ist. Viele Leute stellen sich eine Probe ja so vor wie: „Ok, Dancette, du gehst dann nach vorn und haust mit dem Knochen auf dem Glitzer Schädel rum, und ich stelle mich dann hinter dich und hebe meinen Bass über dich drüber und dann… bla bla bla“ …so ist es aber nicht. Unsere Proben widmen sich hauptsächlich dem musikalischen Grundgerüst. Auf der Bühne wird das, falls grade nötig, dann verändert, je nach dem wer grade was macht. Die besagten Effekte werden erst recht nicht geprobt, sondern meist gegenseitig nicht mal verraten. Da bekommt man dann zum Intro sein Instrument in die Hand und findet es mit Feuerwerkskörpern präpariert vor, während man vom verantwortlichen Bandmitglied schelmisch angegrinst wird.
Besonders lustig ist diese Spontanität für unsere Technikcrew. Wo zur Hölle ist der Gitarrist und warum höre ich ihn noch spielen obwohl ich ihn nicht sehe? Warum steht Dancette nicht auf der Markierung die von der Lichttechnikerin für die Spotlights vorgesehen war?! Warum werden Scheinwerfer und Nebelmaschine gewaltsam aus dem Aufbau gerissen und als Signalfackel verwendet?! … Ein Trümmerhaufen bleibt, der sich vorher Bühne nannte. Aber die Damen und Herren hasslieben uns trotzdem. :)

The Pleasures oberirr
Oberirr: In diesen Tagen gibt es The Pleasures seit 13 aktiven Jahren. Hättet ihr je damit gerechnet, dass die Leute auch Jahre nach Entstehung der Band zu euch halten?

Dancette: Mit Erfolg rechne ich persönlich nie, denn ich musiziere nicht wegen der Aussicht auf Ruhm oder Erfolg, sondern um so zu leben, wie ich bin. Wenn das nebenbei Anklang findet, so habe ich nichts dagegen. Mittlerweile teilen uns Hörer der ersten Jahre ihre Geschichten mit z.B.,, dass sie bei ihrer ersten The Pleasures-Show ihren zukünftigen Ehepartner fanden und gerade ihren xten Hochzeitstag feiern und an uns denken und viele mittlerweile erwachsene Fans erzählen davon, dass wir sie damals durch unsere Shows „versaut“ hätten. Haha! Ich freue mich immer unwahrscheinlich sehr über solche Geschichten.

Sensal: Ich rechne grundsätzlich mal mit gar nix. Warum? Hätte mir jemand vor 13 Jahren erzählt was wir in den nächsten Jahren alles machen werden, dann hätte ich ihn ausgelacht. Das die Leute nach wie vor zu unseren Konzerten kommen, ist eine große Ehre für uns. Vielen Dank dafür an alle! Und letztendlich: Warum nicht? Der Spaß kann genauso weiter gehen: 13 Jahre, 26 Jahre, (Rechner auf, 26*2) 52 Jahre, 104 Jahre… solange bis wir in strassbesetzten Urnen auf den Kaminen und den Regalen der Nachwelt stehen. Wer den Trip bis zum Ende mitmacht gewinnt 72 Dildos!

Oberirr: Welche Highlights fallen euch in Rückblick auf diese 13 Jahre als Erstes ein?

Curtis: Der Auftrittstag auf einem Tankstellengelände und natürlich schrille Englandtouren!

Dancette: Stimmt Curtis! Ja die Konzertreisen bleiben immer besonders gut hängen. Und die Abende, als wir z.B. die Ehre hatten, für Hanoi Rocks und T-Rex zu eröffnen oder bei Feuerengel und das in einer gigantischen Sport- und Kongresshalle vor tausenden Menschen. Das war total surreal und ich fühlte mich wie Jon Bon Jovi oder Recep Tayyip Erdoğan. ;)

Sensal: Ein Club mitten im Nirgendwo in Italien, der in einen Weinberg hinein, in den blanken Fels gemeißelt war. Wie zur Hölle sind wir da hin gekommen?! Und woher kamen die Menschen die sich in dieser Gegend eine solche Show angeguckt haben? Also nicht das ich der Gegend dort ihre Musikszene absprechen möchte, aber stellt euch mal eine Postkarte aus der Toscana vor. Verdammt, genau so sah es da aus! Altes Mütterchen sitzt vorm Haus, Esel zieht Weinfass hinter einem älteren Bauern mit Schiebermütze her. Wir passen mit unserem Bandmobil kaum durch die Gassen, und eine Tankstelle gibt’s im Umkreis von 50 km nicht. In diesem Setting ein heißes verschwitztes Glamrockkonzert? …hat mich einiges gelehrt dieser Abend…

Oberirr: In Hamburg gibt es seit ein paar Jahren ein Boom an neuen Glam- und Sleazerockbands. Wie fühlt sich diese Entwicklung für euch an?

Curtis: Ich finde es natürlich gut, dass die Musikrichtung weiterhin auch von anderen Musikern weiter aufrecht erhalten wird. Teilweise haben wir auch schon mit den anderen Band gemeinsam auf einer Bühne gespielt, was einen festivalähnlichen Charakter hat und beim Publikum für Abwechslung sorgt.

Sensal: Diese Entwicklung fühlt sich an wie ein Rettungsring auf hoher See. Wie ein Schluck Wasser in einer Wüste… Je mehr Leute auf die Idee kommen das man das Leben in Form dieser Musik zelebrieren kann, desto besser. Ich persönlich empfinde es nämlich als wesentlich schwieriger „lebensbejahende Musik“ zu machen, als „Jammer Musik“. Daher freue ich mich über jeden, der sich dieser Herausforderung stellt. Das ist eine Freude für meine Ohren.

Oberirr: Dürfen wir uns auf neue Konzert freuen?

Dancette:
Aber sicher doch! Auf www.thepleasures.de stehen bald neue Details.

Oberirr: Warum sieht man euch so selten in Süddeutschland?

Taranaki: So selten sieht man uns da gar nicht, wir spielen nur nicht ganz so oft mit den Pleasures dort. Es gibt dahinter kein System. Wir spielen überall wo es hinpasst, egal ob Nord, Süd oder auch im Ausland. Natürlich sind die Produktionskosten höher je weiter es von Hamburg weg geht. Aber wenn uns jemand nach Süddeutschland holt, kommen wir gerne mit Glitzer, Konfetti und einem großen Transporter vorbei.

Dancette: Das stimmt! Checkt einfach mal unsere Facebookseite und ihr werdet sehen, wir stehen alle sehr oft auf den Bühnen dieser Welt. Dass The Pleasures nun nicht x Mal überall spielen, macht die Konzerte aber immer wieder zu etwas Besonderem und wir sind dankbar, dass viele Fans von fern her anreisen, um solche besonderen Abende zu erleben.

Oberirr: Was wünscht ihr euch für die Zukunft mit The Pleasures?

Dancette: Dass unsere Fans und Freunde uns weiterhin so wahnsinnig amüsiert und wohlwollend angucken, wenn sie im Publikum gerockt werden und dass ich eines Tages lerne, wie man einen Witz richtig erzählt!

Curtis: Socks, Drags & Rock N Roll!

Taranaki: Spaß und Konfetti…

Oberirr: Herzlichen Dank für das Interview: Die letzten Worte gehören wie immer euch:

Dancette: Oh lieben Dank auch an dich, Estra. Kein Video- oder Tonaufnahme kann euch das vollständige Gefühl von The Pleasures vermitteln! Auch nicht Virtual Reality oder Spielzeugfiguren zum Anfassen von uns oder Dildos. Also raus aus der Bude, rein in den Glitzerfummel und ab zur nächsten Show! Too much glitter is never enough!!!

*****

Tja, diesen Schlussworten kann man nichts mehr hinzufügen. Obwohl? Hm … nein, doch nicht. :) Außer: Ab auf die Homepage und checken, was noch so passieren wird in der großen bunten Glitzerwelt von The Pleasures!

 

Homepage: www.thepleasures.de
Interview: Estra Dragon
Text: Ginger Chan