Bandvorstellung: Scarlet Dorn

Scarlet Dorn – nicht nur ein Name wie aus einem Märchen und eine Frontfrau wie aus einem Märchen, sondern auch mit einer Entstehungsgeschichte wie aus einem Märchen – eben ein wahrgewordenes Märchen.

Musikalisch das erste Mal auf dem am 29.07.2016 erschienenen Lord Of The Lost Album Emyprean im Song Black Oxide in Erscheinung getreten, folgte Ende letzten Jahres ein weiteres Duett mit Chris Harms für die Novemberausgabe des berühmten Sonic Seducer.

Das Geheimnis um die Künstlerin wurde dann im März diesen Jahres mit der Veröffentlichung der 3-Track EP Heavy Beauty gelüftet (kostenlos zum downloaden), für welches ein ebenso märchenhaftes Lyric-Video von VDPictures produziert wurde.

Diese und 4 weitere eigene Songs präsentierte sie im Frühjahr in 14 Städten als Support von Lord Of The Lost (hier ein Bericht dazu aus Berlin). Geht es nach dem Wunsch der Newcomerin, soll dieses Jahr noch das Debütalbum folgen. Zu diesen und weiteren Ereignissen in der noch jungen Karriere von Scarlet Dorn haben wir die 26-jährige Heilbronnerin in unserem Interview befragen dürfen.

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Oberirr: Vor kurzem hast du deine erste Tour absolviert im Vorprogramm der Lord Of The LostRaining Stars Tour. Kannst du dich und deine Livecrew unseren Lesern kurz vorstellen?

Scarlet: Wir bestehen aus Bengt an der Gitarre, Gared am Piano, Henrik am Schlagzeug und meiner Wenigkeit an den Vocals. Alle auf „Livecrew“ zu reduzieren, würde dem Ganzen nicht gerecht werden. Bengt hat sich als Erster der „Scarlet Dorn“ Geschichte angeschlossen und ebenso am Album mitgeschrieben. Gared hat das Piano und Schlagzeug bei den Aufnahmen eingespielt. Später kam dann Henrik dazu. In meinen Augen sind es alles großartige Menschen, unglaublich talentierte Musiker und keinen würde ich in seiner Rolle missen wollen.

Oberirr: Und wie ist der Name „Scarlet Dorn“ entstanden?

Scarlet: Der Name sollte eine Euphonie sein.
Wir haben dabei einfach nach etwas gesucht, das klangästhetisch das wiederspiegelt, was für uns die Musik ausdrückt. 

Scarlet Dorn Band

Oberirr: 14 Stationen innerhalb von nur 5 Wochen ist für einen Newcomer ein straffes Pensum. Wie hältst du dich und deine Stimme bei so etwas fit?

Scarlet: Ich mache tatsächlich nichts Besonderes, um nicht zu sagen, nichts Empfehlenswertes mit meiner Stimme. Ich habe ein paar Placebo-Effekt-Rituale bevor ich singe, wie ein RedBull oder ein Desperados und etwas rumbrüllen. Andere trinken einen Tee und schonen ihre Stimme. Das funktioniert bei mir aber nicht.

Oberirr: Den Grundstein zu deiner Karriere hast du vor 3 Jahren ja selbst gelegt, lange bevor die Kooperationen mit deinem Duettpartner Chris Harms veröffentlicht wurden – ebenfalls durch einem Song, aufgenommen mit einer Webcam. Erzähl uns mehr darüber.

Scarlet: Die ganze Geschichte fängt mit einem Lord Of The Lost Facebook-Aufruf an: „Schreibt einen Liebesbrief an uns und der schönste, verrückteste oder lustigste gewinnt!“… oder so Ähnlich. Da ich Songs schreibe, seit ich denken kann und diese oftmals nichts Anderes als vertonte Liebesbriefe sind, habe ich die Ballade Inspire Me geschrieben. Der Song schien Chris und Benny gefallen zu haben und das ist die Geschichte, wie alles begann. Inspire Me ist jetzt übrigens 3 Jahre alt und nennt sich mittlerweile I Love The Way You Say My Name 🙂

Oberirr: Apropos – wer bzw. was inspiriert dich?

Scarlet DornScarlet: Besonders tolle Menschen, besonders schlechte Menschen, das Leben an sich aber am aller meisten. Eigentlich so ziemlich alles, was mich zum Nachdenken bringt. Für alles Schlechte und Traurige im Leben ist das Songwriting für mich eine Art Ventil, über das ich alles ablassen kann. Aus diesem Grund auch so viele Balladen.

Oberirr: Wie hast du die Transformation von einem Fan, welche bei Lord Of The Lost stets vor der Bühne stand, zu einer Künstlerin wahrgenommen, die als Supportact vor Lord Of The Lost vor kurzem auf der Bühne stand?

Scarlet: Stets VOR der Bühne sieht man mich eigentlich nie, dafür bin ich viel zu ungeduldig und zu unpünktlich. Ich geselle mich viel lieber, viel zu spät, seitlich zu der Menschenmenge.
Abgesehen davon, dass ich das Wort „Fan“ etwas schwierig finde, fand nie eine Transformation statt. Ich bin immer noch ein unglaublich großer Bewunderer der Band und ihrer Musik. Dadurch war es für mich natürlich die größte Ehre im Vorprogramm meiner Lieblingsband spielen zu dürfen. Die meisten Musiker träumen davon irgendwann mit ihren Idolen die Bühne teilen zu dürfen und meine Geschichte fängt damit an… Ein Traum!

Oberirr: Erzähl uns ein wenig von deinen musikalischen Wurzeln.

Scarlet: Seit ich verstanden habe, was Reime sind, habe ich immer wieder versucht irgendwelche Lieder oder Gedichte zu improvisieren. Mit sieben Jahren fing ich an Klavierunterricht zu nehmen. Mit Neun habe ich mir damals selbst die ersten vier Akkorde auf einer kaputten Gitarre beigebracht und meinen ersten, kompletten Song geschrieben. Später nahm ich auch Gitarrenunterricht (das hielt nicht lange an). Mit 17 Jahren erst beschloss ich Gesangsunterricht zu nehmen. In dem Alter habe ich unglaublich gerne Symphonic-Metal gehört und strebte eine klassische Gesangsausbildung an. In meiner musikalischen Laufbahn habe ich in ein paar Bands gesungen und gespielt sowie an ein paar Musical- und Operninszenierungen teilnehmen dürfen.

Oberirr: Wie auf der Facebookseite angekündigt, werkelst du schon fleißig am Debütalbum für dieses Jahr. Wer werkelt denn da noch so mit und wann dürfen wir es erleben?

Scarlet: Es sind sehr viele atemberaubend talentierte Menschen mit im Boot. Chris und Benny produzieren das Ganze. Die Songs schreiben Chris, Corvin, Bengt und ich sowie unser Meister der Poesie: Anthony James Brown. Ich hoffe, dass es sehr bald der Welt präsentiert werden kann.

Oberirr: Am  28. Juli erschien das offizielle Musikvideo zu Hold On Me. Was ist dir Besonders in Erinnerung geblieben?

ScarletSehr viel! Am meisten allerdings, dass es verdammt heiß war und ich unglaublich schmerzhafte High Heels anhatte! Trotz Allem war es eine unbeschreiblich tolle Zeit!

Oberirr: Gibt es noch einen Traum, den du gern verwirklichen möchtest?

Scarlet: Ich habe nur den Traum, irgendwann einmal hauptberuflich Musik machen zu dürfen, die viele Menschen bewegt… und einen Esel, als Haustier.

Oberirr: Noch eine letzte Frage, dann ist es geschafft: Kugeleis, Softeis oder doch lieber Wassereis?

Scarlet: Snickers-Eis!

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So werden auch wir nun gespannt warten auf neues Material von Scarlet Dorn und ihren Mannen, von dem wir euch hoffentlich bald berichten können. Bis dahin genießen wir die kostenlos unter www.scarletdorn.de zur Verfügung gestellte EP. Darauf ein Snickers-Eis! 🙂

 

Text + Interview: Ginger Chan
Pressefotos + Videos: Matteo Fabbiani I VDPictures