Lord of the Lost – Fan-Events -13-15.07.2018 – Thornstar

Einfach wunderbar!“ – „Ich hatte bei Cut Me Out Tränen in den Augen.“ – „Danke, dass ihr es uns ermöglicht, bei euch zu sein.“ 

Vermeidlich kleine Aussagen mit so viel Wirkung und Emotionen dahinter konnte man vor zwei Wochen von den Fans, ob jung oder alt, während der Fan-Events zum kommenden Lord of the Lost Album „Thornstar“ hören. Die fünf Mannen luden zum gemeinsamen Pre-Listening des Albums und zum Schauen der Dokumentation „Rise of the Thornstar“ ein. 

Wir durften auch da sein und werden euch im Kommenden mit Informationen, Eindrücken, Meinungen und Bildern zu beiden Events füttern.

Es war ein wunderschönes Wetter am Freitag den 13. Juli 2018, das nach Hamburg einlud, zum Eisessen und Flanieren am Elbstrand… und an den Tagen danach dem Schlager-Move und einem Marathon durch die Stadt beizuwohnen. So haben auch niemanden die horrenden Übernachtungskosten in den Hotels der sehr gefragten Hansestadt abgeschreckt. Viele Gesichter waren aber wegen etwas anderem in der Stadt… Lord of the Lost 

hatten eingeladen, ab freitags gemeinsam mit einer überschaubaren Gruppe Fans in einem privaten Kino die Dokumentation zur Entstehung des Thornstar Albums anzusehen. Doch oh Schreck! Ziemlich schnell wurde klar, dass die 70 Sitzplätze in dem Kino nicht 

reichen würden. Ähnlich sah es auch bei dem geplanten Event in den Chameleon Record Studios aus. Die ersten Termine waren in Rekordzeit ausverkauft. Dementsprechend wurde nachgelegt, was den Bedarf trotzdem noch nicht deckte. Also lag es nahe, einer weiteren Gruppe die Chance zu gegeben und dieses Erlebnis hautnah mitzuerleben. 

Samstag und Sonntag wurde es dann richtig spannend. So durften sich die Interessierten schon mal das komplette, neue Album anhören. Die Jungs mit Fragen löchern und als absolutes I-Tüpfelchen wurden des Weiteren die 10 Songs der Naked-Version, welche in der limitierten Albumbox enthalten ist, als Akustikkonzert von Chris Harms und Pi dargeboten. Das ganze zu einem wirklich sehr humanen Unkostenbeitrag, welcher bei anderen Künstlern deutlich höher gewesen wäre. Der Band selber war es jedoch sehr wichtig, möglichst vielen unterschiedlichen Fans den Zugang zu den Events zu ermöglichen, ohne diese Bluten zu lassen. Hut ab vor der Bereitschaft, 6h in Folge drei mal Kino und insgesamt 12h lang die Bespaßung der Leute im Studio auf sich zu nehmen. Zumal da noch nicht die Vor- und Nacharbeit eingerechnet ist.
Auch sehr positiv anzumerken, dass der Ablauf zwar die gleiche Struktur hatte, jedoch wie auch bei Lotl Konzerten immer leicht anders war.

Der Kinotag war für viele ein besonderes Erlebnis. Nicht nur für die Fans selber, die nun ein Making-Of ihrer Lieblingsband in Form einer Dokumentation sehen konnten, sondern auch für die Lords, die stolzer und gespannter nicht sein konnten, das Resultat monatelanger Arbeit zu präsentieren. Der Anlauf an Fans hat dieses Interesse auch bestätigt. Während die Herren der Formation die Fans begrüßt und sich die Zeit für ein Foto oder Autogramm genommen hatten, stand die Diskussion des Film’s natürlich im Vordergrund. Es schien, als ob es für beide Seiten wichtig und schön war, die Reaktionen zu sehen. Der Tag war generell aber unspektakulärer, als die folgenden in den Studios, was eher der Situation und Atmosphäre des Austragungsortes geschuldet war.

Neben dem Kino-Event wurden die Fans auch zu Tagen voller Musik eingeladen. Lord of the Lost würden eher sagen: Tage an denen „für 4 Stunden lang Musik als Suchtmittel“ konsumiert wurde. Zu drei verschiedenen Terminen konnten die Besucher in der Anwesenheit der Lords auch ein exklusives Pre-Listening des Albums „Thornstar“, ein Akustikkonzert, gestaltet von Chris und Pi, hören und bei Freigetränken das ein oder andere Autogramm und Foto abstauben.

Doch die viel wichtigere Frage ist, wie kam das Event in den Chameleon Studios und vor allem das Album bei den Hörern an?

Vorab sei noch gesagt, dass all unsere Gedanken zu den Songs aus Fragmenten und besonderen Erinnerungen von dem Abend bestehen. Der Genuss des Albums ist also jedem selber zu empfehlen, sobald die LP erscheint.

Nach einem herzlichen Einlass von Class und der Übergabe des Ablaufplans des Abends ging es schnurstracks in des Küchenabteil der Studios, wo man schon von Gared, Pi und Niklas mit einem Lächeln erwartet wurde. Der ein oder andere hatte sogar das Privileg, von Pi umarmt zu werden. Getränke waren natürlich schon längst kalt gestellt. Sei es Bier, Blubberwasser oder Softdrinks. Chris konnte man zu Beginn mit Glück auf dem Weg in die Katakomben antreffen, da er selbstverständlich den Events den letzten Schliff verpassen musste. Während die eintrudelnden Fans mit Erfrischungen versorgt wurden, schritt die Zeit schon soweit voran, dass das Event nun offiziell beginnen konnte. Sowohl Fans als auch die Band versammelten sich in einem der Aufnahmeräume, welches durch Stuhlreihen, Teppiche und Lampen vorbereitet wurden. Nach einer kleinen Begrüßungsrede Seitens Chris‘, welche nicht nur den Ablauf, sondern auch die Verhaltensregeln während des Aufenthalts im Studio und des Hörens beinhaltete, ging es aber auch schon mit dem Hören des Albums los.

Wie die meisten schon wissen, beginnt das Konzeptalbum mit der ersten Singleauskopplung „On This Rock I Will Build My Church“, welches im passenden Musikvideo durch die Mini-Me‘s der Bandmitglieder dargestellt wurde. Der Song gibt als Opener nicht nur die Richtung in musikalischer Hinsicht an, sondern zeigt auch, wohin die Reise thematisch gehen kann. Mit einem definierten Rhythmus baut der Track die nötige Spannung auf, um in die Mythologie hinter dem Album einzusteigen. Das folgende Lied stellt die Weichen für die emotionale Schiene, die die Formation mit der Platte fahren wollen. „Loreley“ ist im Vergleich zur Single die direkte Einführung in die Welt der Pangaen, eine längst erloschene Kultur, die nun als Thema der Geschichte hinter dem Thornstar dient. Neben treibenden Synthesizern und sehr kraftvollen Versteil dominiert der Song durch den Chorus: „Cry Loreley! Cry for eden!“ Diese Textzeile hat uns noch das restliche Wochenende begleitet und sich immer tiefer in unsere Gehirne eingebrannt. Ohrwurm garantiert!

Neben Loreley sind noch drei weitere Gottheiten auf der LP vertreten, die der Mythologie den besonderen Touch geben. Diese ist zum einen „Morgana“, die Gottheit des Lichts und der Sonne und die Mutter der Menschheit. In dem passenden Song wird sie in Form eine Art Wunsch eines Pangaen angesprochen, in dem nach Erlösung und Heimkehr zur Schöpferin die Rede ist. Als zweite Single des Albums wird hier auf eine Symbiose von Tragik und hämmernden Anschlägen aller Instrumenten besonders im Pre-Chorus gesetzt. Zum anderen haben wir „Haythor“, welcher im Gegensatz zu Morgana der Dunkelheit und dem Mond zugesprochen wird. Dementsprechend ist auch das Lied aufgebaut: dunkel und brachial. Der Clou an der gesamten Geschichte ist, dass beide die Romeo und Julia der Mythologie sind. In Haythor wird eine Romanze und Sehnsucht deutlich, die theatralischer nicht hätte sein können. Man bemerke nur den Refrain: „Darling, your eyes were full of darkness, now someone else holds, what was mine“. Während ein Teil Pangaen ihr Teil des Lebens an Morgana wiedergeben und bei ihr sein dürfen, werden all jene, die ihr Leben nicht vollkommen ausgenutzt haben in das Reich des Haythors geschickt. Auf diesem langen Weg werden sie von dem Halbgott „Naxxar“ begleitet, der das Gegenstück zu Loreley darstellt. Musikalisch wird dieser ebenso wie der Herr der Schatten in einer dunklen Atmosphäre dargestellt, welche sich vor allem durch progressive Elemente in Bereichen der Takte, Einsätze oder Harmonien widerspiegelt.

Diese Songs sind definitiv Paradebeispiele für dieses Album.“ So und nicht anders klang es im Brainstorming für diesen Artikel in der Redaktion. Welche Tracks das sind? Ganz einfach: „Black Halo“, „In Our Hands“ und „Under The Sun“. Jeder einzelne sticht für uns maßgeblich in seinem musikalischen Charakter heraus und zeigt, dass das Album auch Qualitäten und Eigenständigkeit für die Lieder selbst ausstrahlt. Das Schlüsselwort hierbei ist Diversität. Sei es für Lord of the Lost untypische Gitarrenklänge aus dem Bereich Metalcore gepaart mit unterschwelligen Synthis in Under The Sun oder eine Ringkomposition von Streichern als Bett für poppige Riffs in Black Halo. Dinge, die beim ersten Mal hören vielleicht nicht direkt verständlich scheinen, beweisen in ihrem Zusammenspiel eine enorme Wirkung. Apropos poppige Klänge! Wer bei „Forevermore“ nicht mindestens komplett abgeht, der mag wohl möglich keine Gefühlsregung generell zeigen. Dieser Song wird unserer Meinung nach der Publikumssong schlechthin der LP werden. Mitklatschen, Headbangen und Mitsingen ist definitiv vorprogrammiert! So gut wie das Album tatsächlich für uns ist, müssen wir auch gewissen Abstriche machen und sagen, dass einige Songs uns nicht so in ihren Bann gezogen haben, wie wir es während des Hörens schon fast gewohnt waren. „The Mortarian“ und „In Darkness, In Light“ fallen wahrscheinlich in die Kategorie der Songs, die man sich nach dem Release öfter zu Gemüte führen muss, um eine Gewisse Bindung zu ihnen aufzubauen oder das wahre Potenzial ihrer zu erkennen. Stand jetzt bleiben uns nur die Akustikversionen der Lieder im Kopf, welche, vielleicht auch der Atmosphäre geschuldet, ein ganz anderes, besseres Gesamtgefühl in uns ausgelöst haben. Der Titel des letzten Tracks, „Ruins“, macht seinem Namen alle Ehre für einen gelungenen Schluss. Was sich in der im Sonic Seducer als EP erschienen Single schon dargestellt hat, wird zu unserer Freude auf dem Longplayer noch länger ausgeführt. Ein Durch den Songtitel suggerierter verhängnisvoller Abschluss der Geschichte Pangaen und des Albums hat jedoch einen Keim der Hoffnung in sich. Im Bridge-Teil heißt es so: „Here in ruins life still grows […] we will rise again“. Ein Zeichen der Vergänglichkeit. Aber Vergangenes kann nur aus Neuem entstehen.

Nach einer kurzen 10-minütigen Pause, die nach dem Hören der ersten CD eingelegt wurde, ging es weiter mit CD 2: „Thornstar Redux“. Bei den 7 Songs, die auf dieser Platte Platz finden, handelt es sich weniger um Songs, die einen direkten Bezug zur Pangaeischen Mythologie aufweisen, als vielmehr um komplett eigenständige Songs, die Aspekte zu verschiedenen Mythologien und Kulte in Bezug auf die heutige Zeit behandeln, erklärte die Band.

Den Anfang macht „Abracadabra“. Ein Song, den die Band gemeinsam mit Dero Goi vom Oomph aufnahm. Der direkte kraftvolle Rhythmus treibt den Song an und mündet in einen energiegeladenen Chorus, dominiert von den gepaarten Schreien der beiden Sänger. Für uns eine mehr als würdige Eröffnung. Wenn wir schon bei magischen Thematiken sind, liegt der „Voodoo-Kult“ nicht allzu fern. So folgt also als zweiter Song „Voodoo Doll“. Ein harmonischer Vers, geprägt durch eine recht interessante Akkordfolge, welche durch gesamplete Percussion-Sounds vorangetrieben wird, stellt für mich den Teil des Songs da, der anhand seiner Kreativität und seines Klanges für mich die Essenz dessen bildet. „The Art of Love“, der dritte im Bunde, überzeugt durch seine emotionalen und gefühlvollen Klänge und einem wunderbaren Main-Riff, welches einfach mitreißt. Ausgehend von dem Namen des vierten Songs erwarteten wir einen ruhigeren Rock-Song oder eine Ballade. Satz mit X, das war wohl nix. „Lily of the Vale“ gaukelt dem Hörer zwar noch eine gewisse mit einem Streicher-Intro vor, dreht einem dann aber recht schnell die DNA auf links. Schnell, laut, geradeaus. Ausgehend von dem Tempo und der schieren Härte des Songs, könnte man glatt davon ausgehen, Drummer Niklas habe das Schlagzeug nicht gespielt, sondern zwei Stöcke genommen und den Drums ins Gesicht gehauen. Kurz gesagt: volles Pfund drauf, aber präzise. Wie man wahrscheinlich schon vermuten kann, stellt „Penta“ den fünften Track der Redux dar. Ähnlich ruhig beginnend, vermittelt auch dieser sehr schnelle eine massive Energie wie der Vorgänger, allerdings von einer weitaus harmonischeren, geradezu melodischen Charakteristik. „Free Radicals“ kündigt sich mit einem direkten, druckvollen Intro an und etabliert sich schnell als absoluter Ohrwurm. Ein Song, der vergleichsweise klassisch auf diesem Album wirkt, aber dennoch eine ganz eigene Art hat und dem Hörer beweist, was er kann. Das Schlusslicht der Platte bildet „Live Pray Die Repeat“. Hier wird nochmal Vollgas gegeben und sämtliche verbleibende Energie gebündelt, um dem vielschichtigen Long Player mit einem absolutem Brett einen würdigen Abschluss zu geben.

Sowohl „Thornstar“ als auch „Thornstar Redux“ sind im Endeffekt eine Vereinigung verschiedenster Einflüsse und Inspirationen und stellen ein exzellentes Gesamtbild des musikalischen Potenzials der Band dar. Jeder Song funktioniert für sich allein und im Gesamtkonzept, was uns zunächst wegen der musikalischen Diversität einiger Songs etwas überraschte.
Alles in allem eine absolute Empfehlung unserer Redaktion und ein Highlight des Jahres 2018. Vielseitigkeit in ihrer schönsten Form!

Auf das Akustikkonzert werden wir nicht so sehr eingehen, auch wenn dieses ein Hauptaugenmerk des Events war. Der Grund dessen ist einfach. Die Darbietung selbst ist etwas, was man gar nicht so beschreiben kann, da während ruhiger, emotionaler Atmosphäre die Gefühle und Gedanken eines jeden einzigartig und spontan sind. Auch jedes Lied hat für sich in dem Gewand einen neuen Touch und Bedeutung verliehen bekommen. Das Schönste war dabei aber die Reaktion der Besucher zu sehen. Offene Münder, glasige Augen und ja, ab und an sind auch Tränen gerollt. Bilder, die für uns und wahrscheinlich auch für die Band unvergessen bleiben werden.

Rückblickend können wir als Redaktion und Fans zugleich nicht glücklicher sein, diese Tage miterlebt zu haben. Mit diesen Events haben Lord of the Lost wieder einmal dargestellt, wofür die Band seit Jahren steht: für Liebe und Nähe zu ihren Fans. Wir haben ein strukturiertes und wunderschönes Projekt vorgefunden, was neben den musikalischen Eindrücken vor allem durch die Natürlichkeit im Auftreten aller lebte und sich bewährte. Mit dem Gedanken, dass die Band solche Events ruhig häufiger machen kann, möchten wir nochmal Danke sagen und unsere Vorfreude auf das Album in alle Welt tragen.

Links Thornstar Dokumentation auf Facebock: 
Teil 1 = https://www.facebook.com/lordofthelost/videos/10155625223176659/
Teil 2 = https://www.facebook.com/lordofthelost/videos/10155625252321659/
Teil 3 = https://www.facebook.com/lordofthelost/videos/10155625252606659/

Link zum Shop:
https://shop.napalmrecords.com/lordofth…
und hier:
http://lord-shop.de/

THORNSTAR TOUR 2018 / 2019
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NOV 21 UK-NEWCASTLE
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JAN 26 IT-PRATO
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FEB 21 FI-TAMPERE
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FEB 25 RU-EKATERINBURG
FEB 27 RU-NOVOSIBIRSK
FEB 28 BY-MINSK
MAR 1 UA-KHARKIV
MAR 2 UA-KIEV
MAR 3 UA-LVIV
APR 5 MT-HAZ-ZEBBUG
…more international dates to come!

Link zu Tickets:
http://lordofthelost.extratix.de/

Text: Arian Haliti (CD1 & Zusammenfügen), Sebastian Rack (CD2), Estra Dragon (Rest)
Bilder: Estra Dragon
Mehr Bilder vom Sonntag gibt es hier: 
https://www.oberirr.de/galerie/index.php?/category/1124