Live-Review: Kieran Robertson & Darkh | Hamburg | 26.05.2017

In Marias Ballroom standen am 26.05.2017 alle Zeichen nur auf eines: Rock! Der Schotte Kieran Robertson und die tschechische Band Darkh präsentierten, unterstützt von den Hamburgern Johnny Matters Unchained, eine grandiose Show und heizten dem Publikum in der kleinen aber feinen Örtlichkeit von Beginn kräftig ein.


BeJohnny Mattersim Betreten des Saals vor Konzertbeginn ließ ein geheimnisvoll anmutendes Bühnenbild einen interessanten Auftritt erahnen. Der erste Song von Johnny Matters Unchained verstärkte diesen Eindruck noch mehr: Ruhige Melodien trafen auf eine kristallklare Stimme und ließen die Zuschauer in ihren Gedanken verweilen. Doch es blieb keineswegs ruhig. Es folgten schnelle und stimmungsvolle Songs, teilweise sogar mit gerappten Passagen, was eine große Abwechslung darstellte. Zu bemerken ist ebenfalls, dass viele der Stücke auch eine tiefere Botschaft hatten, wie zum Beispiel Mental Breakdown und She Pays The Price, in denen Mastermind Johnny zum Teil auch in die Tiefen seiner eigenen Seele blicken lässt. Der gesamte Auftritt war sehr natürlich und die Songs in sich vielfältig. Zum Abschluss folgte noch der schwungvolle Song I Hate All The People, wo das Publikum fleißig animiert wurde, mitzusingen. Ein kurzes Lachen des Sängers am Ende des Auftrittes zeigte: Der Band hat das Konzert mindestens genau so viel Spaß gemacht wie dem Publikum auch.

Als Nächstes folgte mit Kieran Robertson der Hauptakt des Abends und gleich zu Beginn seines Auftrittes war klar, dass der 18-jährige für die Bühne geboren worden ist. Ein unglaublich sicheres Auftreten voller Energie und Präsenz, gepaart mit abwechslungsreichen Songs ganz im Stile des Dark Rock, bildeten ein überaus dynamisches Konzert. Die Stücke, die gespielt wurden, waren gut ausgewählt und boten viel Abwechslung. Kierans Stimme, die zum Teil sehr klar, aber auch unglaublich rockig sein konnte, unterstrich die unglaublich große Bühnenpräsenz noch mehr, doch scheute er auch nicht seine Band mit in den Auftritt einzubeziehen. Highlight der Show war, neben einem Cover von Died In Your Arms, ein kleines Tänzchen auf dem nahe stehenden Tresen, bei welchem Kieran fleißig weiter performte. Leider gab es einige Missverständnisse bei der Kommunikation mit dem Publikum, was aber weniger an der Band lag. Trotzdem ließ sich die Gruppe davon nicht beeindrucken und zögerte nicht, die Zuschauer weiter zu animieren. Bei dem jungen Schotten zeigen sich Rockstar-Allüren, die ihm aber definitiv gut zu Gesicht stehen.

Den Schlusspunkt setzte die Rockband Darkh. Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt schon die Heimreise antreten mussten (ja, so eine Arbeitswoche kann einem ganz schön anhängen), haben dann wirklich was verpasst, denn die tschechische Band lieferte von Beginn an eine grandiose Show. Die sehr intensive Leadstimme und die prägnanten rhythmischen Abläufe dieser Hard Rock Combo boten gut abgestimmte und düstere Klänge, welche das komplette Publikum zu reger Bewegung hinriss. Besonders Sänger Touby und Gitarrist Tom zeigten sehr viel Einsatz, wie man ihn von einer Rockband erwartet. Aufgrund der in der Zwischenzeit weit fortgeschrittenen Stunde konnte das Set leider nicht vollständig beendet werden, denn ja, auch den umliegenden Anwohnern hängt so eine Arbeitswoche ziemlich an, wo man einfach nur noch Schlaf finden will. Und wenn Rockbands rocken weiß man ja, wie es so abgehen kann. 😉


Alles in Allem war es, Dank der drei Bands aus unterschiedlichen Herkunftsländern, eine abwechslungsreiche Erfahrung. Es wurde viel gerockt und alle gaben ihr Bestes, um das Publikum zu animieren und trotz der überschaubaren Anzahl an Teilnehmern herrschte ausgelassene Stimmung. Es ist definitiv empfehlenswert die einzelnen Bands einmal live anzuschauen und sie im Auge zu behalten, denn in allen dreien steckt jede Menge Potenzial

 

Text: Carsten Greve
Fotos: Mandy Privenau | Pictures Of Life
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26.05.2017 Kieran Robertson @ Marias Ballroom Hamburg
26.05.2017 Johnny Matters Unchained @ Marias Ballroom Hamburg