Live-Review: Aesthetic Perfection | Berlin | 26.04.2017


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English translation below)

Ende April machten Aesthetic Perfection auf ihrer Industrial Pop Tour in Berlin halt. Im Musik und Frieden wurde es – mit der Unterstützung von NYXX, Army Of The Universe und Wiliam Control – richtig laut. Alle vier Bands bzw. Künstler zeichnen sich durch ihren mehr als nur tanzbaren Industrial Sound aus, der sich so schnell nicht wieder loswerden lässt hat er sich erst einmal ins Ohr verirrt. Stillstehen ist keine Option und so wurde auch am 26.04. ausgiebig zu den Songs getanzt und gefeiert.

NYXX ist eine Solokünstlerin aus Los Angeles. Sie hat sich nicht nur alles selbst beigebracht und produziert ihre Songs selbst, sondern macht mit ihrer einzigartigen Stimme eine ziemlich geile Mischung aus Britney Spears und Nine Inch Nails. Als „weiblicher Rob Zombie“ macht sie feinsten Goth Pop, der von EBM Klängen und Industrial Einflüssen getragen wird. Gemeinsam mit Solar Fake begleitete sie Aesthetic Perfection bereits auf dem Nordamerika-Teil der Industrial Pop Tour. Gut, dass Mastermind Daniel Graves sie mit nach Europa genommen hat. NYXX ist eine Mischung aus unschuldigem kleinen Mädchen und heißem Vamp. Und so ist auch ihre Musik: getragen von einer feinen Stimme werden hier Texte zelebriert, die eher die Schattenseite des Glanzes beleuchten. Ihr aus 6 Songs bestehendes Set spielte sie souverän, immer ein freches Lächeln auf den Lippen bewegte sie sich verhüllt in engem Latex sexy im Licht. Mir blieb vor allem Diabolical im Kopf – ein sehr kraftvoller Song mit eingängiger Melodie und leicht mitzusingendem Text, zu dem man sich unweigerlich bewegen muss. NYXX – namentlich inspiriert von der griechischen Göttin der Nacht (Nyx) – ist nicht nur eine Ohrenfreude, sondern auch eine echte Augenweide. Da die Dame aber sehr weit weg beheimatet ist, werden Besuche in der Republik wohl rar sein. Daher empfehle ich unbedingt sich NYXX Live reinzuziehen, sobald und so oft man die Möglichkeit dazu hat – ich werde es auf jeden Fall tun. Bis zu ihrer Rückkehr könnte und sollte man sich mit ihrem Debütalbum Nightmare (VÖ Aprill 2016) beschäftigen.

Im Anschluss rockten Army Of The Universe die Bühne. Die drei Jungs aus Mailand mit Wohnsitz in L.A. sind schon seit 2008 in der Szene unterwegs und haben sich mit ihrem elektronischen New Wave/Industrial-Rock Sound bereits einen Namen gemacht. Durch die Vermischung von elektronischen Beats mit harten Gitarren-Riffs und musikalisch immer die Balance haltend zwischen Industrial und Rock tut die Stimme von Frontmann Lord K ihr übriges und so wird der Sound von Army Of The Universe irgendwie einzigartig. Diese geile Mischung verleitet nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum absoluten Abrocken. Viel von der Setlist kann ich leider nicht wiedergeben, da ich Army Of The Universe hier zum ersten Mal sah und auch hörte. Ein Titel blieb mir durch seine Eingängigkeit allerdings gut im Gedächtnis: 1999 von aktuellen Album 1999 & the Aftershow (VÖ Oktober 2016). Ein solider Song zum mitsingen, abtanzen und feiern. Ihre energiegeladene Performance macht Army Of The Universe auf jeden Fall zu einer Band, die man sich Live ansehen soltle. Ab Mitte Mai sind sie mit The Birthday Massacre auf US-Tour, aber hoffentlich verirren sie sich bald wieder nach Good Old Germany.

Eine so energiegeladene und kraftvolle Show, wie sie William Control ablieferten, habe ich noch nie gesehen. Vor allem einer der beiden Keyboarder war ja ein reines Duracell-Häschen. Wie er umhersprang, ins Mikrofon brüllte und am Ende sogar wortwörtlich auf der Menge tanzte (Beweisbild in der Galerie) war sau geil anzusehen. Aber auch die anderen beiden Instrumentalisten und Sänger William, der rauchend und im Anzug mit herausblitzenden Tattoos schon eine ziemlich coole Erscheinung abgab, lieferten einfach eine grandiose Show ab. Es wurde nicht nur vor der Bühne getanzt – ich erwischte mich selbst auch immer wieder dabei, ich sollte doch aber eigentlich Fotos machen *pfeif* – sondern auch auf der Bühne. Da wurde gesprungen, geheadbanged, mit dem Mikro in der Luft gewirbelt und, und, und. Auch hier kann ich zu den Songs per se leider nicht viel sagen, da ich William Control bis dato ebenfalls nicht kannte (was ich bereue, denn da hab ich echt was verpasst), aber die Musik war wirklich gut: sehr tanzbar, mit Ohrwurm Charakter und sicher auch guten Texten. Das werde ich mir nochmal genauer anhören, aber mein erster Eindruck der Band war sehr gut. Somit wieder ein Punkt mehr auf der „Must See“ Liste.

Das abschließende und das Line-Up perfekt abrundende Highlight waren natürlich Aesthetic Perfection. Mit der ersten Headliner-Tour seit 3 Jahren bereisten sie zuerst Nordamerika und kamen zum Glück auch nach Europa. Man könnte meinen solch eine kräftezehrende Konzertreise würde vieles an Energie verbrauchen, aber keineswegs! Die drei Herren waren kraftvoll und energiegeladen wie eh und je und wie man es von ihnen gewohnt ist. Begleitet von Nebenschwaden suchten sich Drummer Tim van Horn und Keyboarder Elliot ihren Weg zu den Instrumenten. Breit grinsend und mit glitzerndem Jackett bekleidet betrat dann auch Daniel Graves die Bühne und es ging direkt los mit Spilling Blood. Spätestens beim zweiten Song Antibody gab es kein Halten mehr – die Menge rastete komplett aus, tanze, sang und hatte einfach eine super Zeit. Kletteräffchen Elliot nahm mal wieder sein Keyboard maß und Energiebündel Tim hatte nicht mal mehr einen Stuhl an seinem Drumset, er stand die ganze Show über, was ihm deutlich mehr Raum zum Springen, Tanzen und Drums verprügeln gab. Stimmwunder und Mastermind Daniel gab mit seiner einzigartigen Stimme, die mal mehr sang und mal mehr schrie, jedem Song das gewisse Etwas. Es war ein typischer Aesthetic Perfection Auftritt, was aber auf keinen Fall negativ gemeint ist! Im Gegenteil: bei ihnen weiß man was man bekommt und meine Erwartungen wurden vollends erfüllt. Eine Besonderheit gab es noch: beim letzten Song nahm Elliot sein Keyboard, legte es einem Mädchen in der ersten Reihe in die Arme und spielte darauf – das war echt cool und gehört eindeutig zu den Dingen, die ein Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Nach schnellen 11 Songs – mit dabei unter anderem The Dark Half und die aktuelle Single Love Like Lies (VÖ Dez. 2016) – war es dann aber auch leider schon wieder vorbei, viel zu schnell und mit Aussicht auf eine viel zu lange Wartezeit auf das nächste Mal. Aesthetic Perfection sind für mich immer einen Live-Besuch wert und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Also sitze ich nun hier und warte sehnsüchtig auf die nächste Ankündigung zu einem Gig in Deutschland…

 


 

In the end of April Aesthetic Perfection stopped in Berlin with their Industrial Pop Tour. With the support of NYXX, Army Of The Universe and Wilian Control it turned out loud at the Musik und Frieden. All bands are marked by their very dancable industrial sound, which you can’t (and won’t) get rid of when it hits your ear. Standing still is no option so it has been danced and celebrated all night long on April 26th.

NYXX is a solo artist from L.A., who is self-taught and self-produced. With her unique voice she gives a very special mixture somewhere between Britney Spears and Nine Inch Nails. As „female Rob Zombie“ she makes Goth Pop with EBM sounds and Industrial influences. Together with Solar Fake she supported Aesthetic Perfection on their Industrial Pop Tour trough North-America. Thank God mastermind Daniel Graves took her to Europe. NYXX is a mixture of innocent little girl and hot vamp. And so her music is too: carried by her fine voice she celebrates lyrics which are illuminating the darker side of glitz. The set consisting of 6 Songs she played with a smile on her pretty face and – her hot body veiled in Latex – sexy moves in the light. Espacially Diabolical stays in mind – a very powerfull song with catchy sound, lyrics easy to follow and to sing along which awakens this inevitably desire to move and dance. NYXX – the name is inspired by the greek godess of night (Nyx) – is not just a pleasure for the ears but also beautifull to look at. Unfortunately she lives quite far away, so visits in Germany will probably be rare. Therefore I advise you to see NYXX live as soon and as often as possible – I will do! You could and should pass the time until her return to our republic with her debut album Nightmare (published in April 2016).

Next on the stage were Army Of The Universe. With their electronic New Wave/Industrial/Rock Soundthe three guys from Milan with residence in L.A. are active in the scene since 2008. With the mixture of electronic beats with hard guitar-riffs they hold a Musical balance between Industrial and Rock. The voice of singer Lord K does the rest and so the sound of Army Of The Universe is kinda unique. This awesome mixture not just tempt to dance and sing along but also to rock hard to. Unfortunately I can’t reflect so much about the setlist, because it was the first time for me to see and hear them. But one song really stays in mind: 1999 from they current album 1999 & The Aftershow (published in October 2016). A solid song to sing along, to dance and celebrate to. Through their energetic Performance Army Of The Universe is a band you should see live on stage. From mid-May on they are on U.S. Tour with The Birthday Massacre, but hopefully they find the way back to Good Old Germany very soon.

A more energetic and powerfull show as the one from William Control I’ve never seen bevor. Especially one of the keyboarders was like a Duracell-rabbit – he jumped and sreamed into the microphone and in the end he literally danced on the crowd (see the evidence in the gallery) – it was insane but absolutely great to watch. But also the other two instrumentalists and singer William – who smoked and had a very cool appearance with his tattoos looking out of his black suit – delivered a magnificent show. Not only in front of the stage the crowd was dancing – I even caught myself in dancing instead of taking pictures *whistle“ – but the guys on stage dit so too. They jumped, banged with their heads to the music, swirled the mic in the air and so on. And also here I can’t say something to the single songs, becauce to date I also dind’t even know William Control (I regret this, because I obviously really missed something) but all in all the music was very good: dancable with earwig character and surely with great lyrics. I will listen to this again more precisely. My first Impression of William Control was very good so I will add them to my „Must See“ list.

The final and perfectly Line-Up rounding highlight was Aesthetic Perfection. The first headliner tour for 3 years they traveled through North-America and Europe. One could say through this force-consuming travel a lot of energy gets lost, but it doesn’t! The three guys were powerfull as always and as the fans are used to it. Accompanied by a lot of fog drumer Tim and keyboarder Elliot found their way to the instuments. With a very big smile on his face and dressed in a glittering jacket Daniel Graves entered the stage. The first song was Spitting Blood, but at the second song Antibody the crowd freaked out: they danced and sang and just had an awesome time. Climbing monkey Elliot had some fun with his keys while Tim didn’t even had a chair at his drumset. The whole time he stood which gave him much more space to dance and jump and hit the drums with massive energy. Sometimes singing sometimes screaming vocal wonder and mastermind Daniel gave every single song something special with his unique voice. All in all a typical Aesthetic Perfection gig which is not meant negative! But in contrary, because with them you know what you get and all expectations were met. One really special moment had a girl in the first row at the last song as Elliot took his keys, placed it into her arms and played on it. It was pretty cool to watch this scene – this is something which makes a concert very special and a unique remembrance. After 11 songs it was over – way too fast and with a outlook of a way too long time to see them again. For me it is always worth to see Aesthetic Perfection live and that won’t change. So I’ll sit here waiting for the next announcement for a gig in Germany…

 

Text, Übersetzung + Fotos: Steph Lensky, mehr in unserer Galerie
26.04.2017 NYXX @ Musik und Frieden Berlin
→ 26.04.2017 Army Of The Universe @ Musik und Frieden Berlin
26.04.2017 William Control @ Musik und Frieden Berlin 
→ 26.04.2017 Aesthetic Perfection @ Musik und Frieden Berlin