Feuerschwanz schwingt die „METHÄMMER“ 17.08.2018

Feuerschwanz schwingt die „METHÄMMER“

In diesem Jahr kann sich die deutsche Bevölkerung über den Sommer wohl kaum beschweren; die Sonne meint es mehr als gut mit uns, die Stimmung in der Bevölkerung wird wieder etwas entspannter und die Festivals sind durch und durch ein voller Erfolg. Der perfekte Zeitpunkt also für die Folk-Rocker aus Erlangen, die es mit Witz, Met und Humor seit 2004 auf den Bühnen der Republik so richtig krachen lassen, um ihr nunmehr achtes Studioalbum auf den Markt zu schütten.

Die Recken von Feuerschwanz präsentieren pünktlich zum sommerlichen Höhepunkt und zur Einstimmung auf das Feuertal Festival ihre Platte „Met-Hämmer“; ein 14 Songs gewaltiges Album, auf denen sich die Ritter zu gern das ein ums andere Mal selbst aufs Korn nehmen, gesellschaftliche Normen und Vorgaben kritisieren, aber vor allem ihren über alles geliebten Met huldigen. Aber auch mit den immer wiederkehrenden Vorwürfen des Sexismus räumen die geselligen Mannen, wie auch schon bei ihrem vorherigen Album Sex is muss, auf charmante Art auf.

An dieser Stelle möchte ich kurz aus meiner Rezension „austreten“ und ein persönliches Statement anbringen: Nachdem die Frage aufkam, ob ich diese Rezension verfassen möchte, kamen Erinnerungen an die Eisheilige Nacht 2017 hoch (Line Up: Feuerschwanz, Mr. Hurley und die Pulveraffen, Mono Inc, Subway to Sally). Beim Kramen in den Erinnerungen kam ich zu der traurigen Erkenntnis, dass Feuerschwanz relativ „nichts-sagend“ gewesen sein muss, denn bei allen anderen Bands erinnerte ich mich an Elemente der Live Show, bei Feuerschwanz nicht einmal an ein Lied. Allerdings dachte ich mir „gib ihnen eine Chance, es ist Sommer und Folk passt gerade einfach zu gut“, also willigte ich ein das Review zu verfassen. Dies nur als kleine Randinformation, damit die Hintergründe komplett bekannt sind.

Das Album beginnt, anders als ich es erwartet hätte, nicht so ganz mittelalterlich. Rockige Elemente begrüßen den Hörer beim Titelsong Methämmer. Eine Nummer, die Heavy Metal Bands eindeutig beeindrucken dürfte. Natürlich wäre Feuerschwanz nicht Feuerschwanz, wenn im Laufe nicht doch ein Folk-Touch herauszuhören wäre, allerdings hätte ich solch einen Song wohl eher bei Manowar erwartet und war somit direkt gespannt auf alles Weitere, was noch folgen sollte. Die Härte wird dem darauffolgenden Schubsetanz zwar etwas genommen, allerdings befinden wir uns nun tatsächlich in den Gefilden, in denen Hauptmann Feuerschwanz sich auch beheimatet fühlt. Der Schubsetanz, der wohl eher unter dem Begriff Pogo bekannt sein dürfte, wird zum Tanzstil wahrer Ritter erkoren und altbekannte, glorreiche Weise besungen, bevor im Folgenden Die Hörner hoch das volle Methorn dem heiligen Gral gleichgesetzt wird. Wie in der Einleitung schon angemerkt: Feuerschwanz punktet eher durch Klamauk und Humor, als harte Themen und ist somit eher näher bei J.B.O anzusiedeln. In der Manier „heiter durch den Tag, feucht durch die Nacht“ geht es auch mit dem Song Lustprinzip weiter; eine absolut typische Feuerschwanz-Nummer. Ebenso Wikingerblut und Kinder im Geiste reihen sich dort ein. Daraufhin werden die Segel gesetzt, denn mit Oh Fortuna wird ein astreines Seemannslied präsentiert, welches absoluten Wiedererkennungswert besitzt und dem ein oder anderen Konzertbesucher wahrscheinlich einen guten Ohrwurm bescheren dürfte. Auch bei diesem Song dürfen die Methörner und Rumkrüge zum Schwenken natürlich nicht fehlen. Ganz sicher, ob man die Schifffahrt für die Prinzessin machte, für die sich ein Mann quasi sein letztes Bein ausreißt, allerdings wird dieses männliche Verhalten genüsslich überspitzt dargestellt und ich bin mir sicher… der ein oder andere findet sich teilweise bestimmt auch dort wieder. Die bisherigen Balance des Albums war sehr auf „Tempo“ eingestellt, doch die Recken zeigen mit Der Geschichte Pfade eindrucksvoll, dass sie auch „gefühlvoll“ können. Hier präsentiert sich eine Ballade, bei der sich der Hauptmann mit seiner Stimme mal wirklich zeigen konnte. Seine weiche, tiefe Stimme umgarnt den Hörer und zieht ihn in eine Art Trance.

Das zehnte Lied kann man eigentlich nicht als solches bezeichnen. Es ist eher eine geschichtliche Einführung in den elften Song Operation Drachensturm. Wieder eine schnellere und absolut tanzbare Nummer, die einen aus dem Dunst der Ballade wieder hinauf in den Olymp katapultiert. Lied Nr. 12 bezeichnet wieder eine Lesung aus der Trilogie „Krieger des Mets“, bevor es mit Ein Held ist gebor’n nun absolut mittelalterlich wird. Ein Song ohne Strom und lediglich mit würdigen Instrumenten, der unter die Haut geht und die Zuhörer zum Mitsingen und Mitjubeln animieren dürfte. Den Abschluss des Albums macht die Liga des Mets. Zum Ende wird der Hörer ein letztes Mal mit Mittelalter Rock begrüßt; ganz im typischen Sinne von Feuerschwanz.

Fazit:

Ich muss meine Meinung über Feuerschwanz überdenken. Nachdem ich sie nach der Eisheiligen Nacht für „naja, ok“ hielt, hat mich dieses Album wirklich umgehauen. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob Feuerschwanz diese Energie auch auf die Bühne übertragen bekommt, allerdings ist es als Studioalbum eine absolute Kaufempfehlung.

Band HP: http://feuerschwanz.de/
Band auf FB: https://www.facebook.com/feuerschwanz/
Linksammlung zum Dealer eures Vertrauens: http://feuerschwanz.de/?page_id=1326

Sommer Tour 2018
08.08.2018 Wunsiedel 10 Jahre Colllis Clamat
11.08.2018 Höchstadt a. d. Aisch Schlosshof Festival
17.08.2018 Hamburg Hammaburg Fest
18.08.2018 Dinkelsbühl Summer Breeze

METHÄMMER Tour 2018
23.11.2018 BREMEN Aladin
24.11. 2018 KÖLN Essigfabrik
29.11. 2018 FRANKFURT Batschkapp
30.11. 2018 KARLSRUHE Substage
01.12. 2018 PRATTELN (CH) Z7
06.12. 2018 BERLIN Columbia Theater
07.12. 2018 KIEL Pumpe
08.12. 2018 HANNOVER Musikzentrum
13.12. 2018 HAMBURG Markthalle
14.12. 2018 LEIPZIG Hellraiser
15.12. 2018 BOCHUM Matrix
20.12. 2018 WIEN (AT) Szene
21.12. 2018 GRAZ (AT) Explosiv
22.12. 2018 MÜNCHEN Backstage
28.12. 2018 NÜRNBERG Hirsch


Text: Sebastian Degel
Bild: Promo Material