Erdling – Dämon – 27. Juli 2018

Aus den Tiefen“ der „Supernova“ erhebt sich der „Dämon“. Dies las ich unter einem Promo-Post zu diesem Album. So oder so ähnlich könnte man wohl auch den bisherigen Schaffensweg der NDH-Formation, um Sänger „Neill Devin“, beschreiben. 

In ihrem dritten Jahr seit Bandgründung veröffentlichen „Erdling“ nun am 27.07.2018 ihr drittes Album, „Dämon“
Ob der Dämon seinem Namen gerecht wird? Nun, lest selbst.

Erdling“! Der Opener dieses Albums. Ein dynamischer Auftakt und kraftvoller Song mit Hymnencharakter, der sich als absoluter Publikumssong erweisen dürfte und die Richtung des Albums vorgibt: Geradeaus, mit aller Kraft!

Wir tauchen tiefer in das Album, mit dem „Tieftaucher“. Ein treibender Beat im Vers, gepaart mit einer durchaus bemerkenswerten Rythmik der Vocals, machen diesen sehr tanzbar.
Der, im Intro bereits angeteaserte und im Chorus weiter genutzte, Lead-Sythesizer, der, zugegebenermaßen etwas untypisch erscheint, erzeugt ein gewisses Gefühl von emotionalem Notstand des Protagonisten und bettet sich hervorragend in das klangliche Gesamtkonstrukt des Songs ein. Den Spannungs-Höhepunkt erreichen wir in der Bridge, die so klingt, als ob der Protagonist seinen Halt verliert und langsam in den Fluten ertrinkt. Man kann also von einem sehr „tiefgängigen“ Song sprechen.

Noch nicht ganz getrocknet von unserem Tauchgang, bekommt man mit „Nichts als Staub“ den, danach nötigen, Wind um die Ohren gehauen. Ein Song, der für mich die Essenz vom Kern-Sound der Band darstellt und wunderbarer ihre markanten Elemente vereint. Gesellschaftskritik, unaufhaltsames Tempo, ein melodischer Chorus. Hier wird nichts geschönt, sondern mit den nackten Tatsachen gearbeitet!

Balladenfreunde finden ihre innere Befriedigung in „Schau nicht mehr zurück“.
Die Melancholie der Vergänglichkeit und des Verlusts werden hier wunderbar durch eine getragene Komposition von Klavier und Streichern vermittelt. Ein emotionaler Höhepunkt dieses Albums.

Fragen, die jeder kennt: „Wieso, weshalb,warum“. In diesem Fall aber der nächste Songtitel. Ein herrliches Brett von einem Rock-Song. Der Vers prescht mit einem harten, groovenden Riff nach vorne, dessen Fundament durch das Zusammenspiel von Bass und Schlagzeug gebildet wird, gefolgt von einem Wechselspiel zwischen hartem und weichem Gesang im Chorus. Wieder ein typischer „Erdling“, wenn man so will! Für die Bridge wird nochmal das Tempo angezogen, um auch die letzte Zurückhaltung von den Hörern zu nehmen. Headbanger-Kandidat!

Maschinenmensch“ macht das, was man sich vom Titel erhofft: Industrieller, brachialer Sound, kompromisslos, direkt. Wie eine Maschine eben. Ein Song der mitreißt und sich als Live-Hit etablieren dürfte. Wenn er Eines erzeugt, dann auf jeden Fall Stimmung!

Halbzeit, wer nochmal Luft holen muss, tut dies bitte jetzt! Denn jetzt geht’s tief hinab mit
Tod und Teufel“. Dem geneigten Zuhörer mag vielleicht auffallen, dass die Gitarren hier tiefer als üblich gestimmt sind. Kurze Erläuterung: In diesem Song befinden sich die Gitarren in ihrer Stimmung (Drop-G Stimmung) 3 ganze Töne tiefer, als in Erdlings „Hauptstimmung“(„Drop-C Stimmung“), wenn man es so bezeichnen kann.

Zum Mitschreiben: Das ist tief, verdammt tief. Und wohl auch der Grund, warum der Song in seinem Gesamtsound so stimmig wirkt. Böse, mächtig, rücksichtslos!

Ein melodisches, ruhiges Gitarren-Intro? Wird das gar ein weniger harter Song? Nö!
Ungeheuer“ entfesselt kurzerhand ein massives Gewitter aus Synthesizern und brachialen Gitarrenriffs. Eine melodische Bridge bildet einen schönen Kontrast, bevor es wieder ungebremst zurück ins Main-Riff geht. Heavy as Hell!

Es folgt ein Song, der in seiner Machart und seinem Klang, meiner Meinung nach, sehr aus diesem Album heraussticht. „Winterherz“ hat einfach diesen Klang, den man mit Winter oder gar Kälte assoziiert. Der Chorus ist herrlich emotional, fast tragisch. Ein Favorit, meinerseits.

Wenn wir uns schon bisher nicht im Klang verirrt haben, dann spätestens jetzt, mit „Im Labyrinth“.
Mystische Synthesizer-Klänge eröffnen den Song, gefolgt von einem gnadenlos anprangernden Vers. Die Verzweiflung, die der Chorus vermittelt, erzeugt durch energiegeladene Vocals, zeichnet diesen Song aus.

Den Auftakt zum Finale liefert „Die Zeit heilt alle Wunden“. Ein mächtiger, bassgetriebener Auftakt, der in das Haupt-Riff mündet, und schließlich die Wut und Energie des Verses entfesselt. Im Chorus wird nochmal das Tempo angezogen, was geradezu zu einem Circle-Pit oder ähnlichen Aktionen eines Publikums einlädt. Mitreißend von Anfang bis Ende.

Es ist soweit, wir sind am Ende. Den Abschluss macht „In meinen Ketten“. Brachiale Riffs, ein verführend finsterer Vers, der dazu einlädt, dem „Dämon“ in die Dunkelheit zu folgen.
Von der Sehnsucht geprägt, entfesselt der Chorus nochmal ein, fast schon „episches“, Konstrukt, das dem ganzen unglaubliche Tiefe gibt. Ein mächtiges und mehr als würdiges Ende für dieses Album!

Fazit:

Prägend für den Sound dieses Albums ist die kreative Zusammensetzung verschiedenster Synthesizer, experimenteller Gitarrenstimmung und anspruchsvoller Rythmik, erzeugt durch Bass und Schlagzeug. „Dämon“ erweist sich wahrlich als dämonisch guter Nachfolger der vorherigen Alben, „Aus den Tiefen und „Supernova“. Verschiedene neue Eindrücke finden auf diesem Album Platz, ohne „Erdlings“-Kerpräsenz zu verdrängen. Ein Gesamtwerk mit Tiefgang, dass sich wahrlich durch komponistische Finesse auszeichnet.

Empfehlung des Gitarren Nerd’s des Hauses!

Link zur Erdling bei Facebook: https://www.facebook.com/erdlingofficial/
Link zur HP von Erdling: https://www.erdling-band.de

Hier die ersten Dates:

26.12. – Zofingen (CH) – Oxil
27.12. – Frankfurt – Elfer Club
28.12. – Nürnberg – Der Cult
29.12. – München – Backstage


Text: Sebastian Rack
Bild: Promo