EP-Review: Sündenrausch – Schwarz wie Ebenholz

Sündenrausch - Schwaz wie Ebenholz

Das im letzten Jahr von Sündenrausch veröffentlichte Debütalbum Sündstoff findet mit der EP Schwarz wie Ebenholz nun eine musikalische Fortsetzung. Wurde der vorangegangene Silberling noch in Heimarbeit produziert, begab sich die Combo – bestehend aus Kira Sinister und Michael Albers – in die Chameleon Studios in ihrer Heimatstadt. Produziert und optimiert wurden unter dem Einfluss von Chris Harms, Benjamin Lawrenz, Gared Dirge & Olli Sell fünf verschiedene deutschsprachige Lieder, die hauptsächlich aus der Feder von Kira Sinister selbst stammen.

Auf dieser EP bietet die klassisch ausgebildete Sängerin das gesamte Repertoire ihrer ausdrucksstarken Stimme dar, die somit kein Lied wie das anderen klingen lassen. Hatte ich noch beim gleichnamigen Eröffnungssong das Gefühl, dass Melodie und Gesang kurzweilig getrennte Wege gehen wollen, ist die Vereinigung auf den weiteren vier Titeln der EP umso harmonischer. Dafür sorgt auch das Arrangement von Michael, der mit harten Gitarrenriffen nicht geizt. So auch im Folgetrack Cinderella, wo hierdurch ein ordentliches Tempo vorgelegt wird.

Im Song Böser Wolf wird ein wenig an den Reglern gespielt, was dem Gesang noch mehr Raum und Tiefe gibt und die bedrohliche Stimmung aus dem Text in das Ohr transportiert wird.

Generell schafft es die Band durch die Abstimmung von Lyrics & Sound den Hörern in einer Märchenwelt im WinterWunderland wandeln zu lassen, was auch bei nochmaligem Hören nicht langweilig wird.

Fazit:

Bei der schaurig-schönen Märchenwelt, die im Kopf erzeugt wird, fragt man sich, warum nicht mehr Bands es wagen Deutsch zu texten. Das wird wahrscheinlich daran liegen, dass es nur wenige hinbekommen so mit Worten zu spielen wie Kira, die durch die Komposition von Michael fliegen lernen. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Produktionsteam merkt man dieser EP definitiv auch an, da die Lieder noch ein Tick abgerundeter klingen als auf dem 2015 veröffentlichten Album. Also alles richtig gemacht.

Wer es immer ein bisschen schade findet, dass Bands wie Xandria oder Within Temptation ausschließlich Englisch singen, sollte sich mal bei Sündenrausch umhören. Aber Vorsicht, es könnte zum lasterhaften Sucht werden. 😉

 

Tracklist:

1. Schwarz wie Ebenholz
2. Cinderella
3. Böser Wolf
4. Winter
5. Wunderland

 

Release: 01. Juni 2016
Genre: Gothic Pop-Rock
Label: Eigenproduktion
Anspieltipp: Cinderella, Winter
Order: www.suendenrausch.de/shop
Homepage: www.suendenrausch.de

 

Text: Ginger Chan