EP-Review: PALAST – Hush


Als uns Sänger Sascha Pace beim Interview Anfang September verriet, dass es schon bald eine EP von den Newcomern PALAST geben wird, machte es mich neugierig, wie sich dieser elektronisch dunkel-gefärbte, kantige, bombastisch-unangepasste, poppige Sound wohl anhören wird. Also fangen wir mal an!

Sobald man auf ‚Play‘ drückt, füllt sich der Raum mit Tönen, die nach dem Soundtrack für einen dieser guten alten Science Fiction Serien à la Captain Future klingen: spacig, leicht und frei – so kommt Crucify daher. Ausschlaggebend dafür sind Synthesizer, die sich nicht verbergen lassen möchten und eine vielschichtige Gesangsstimme, die den Arrangements von Marc Engel und Tommy Apus folgt, dann aber auch gern eigene Wege geht. Besonders im 2. Song probiert sich jeder der drei in Berlin beheimateten Musiker aus. Das macht es für mich persönlich schwer den roten Faden bei Best Of Me zu finden, zu behalten und dann nicht wieder zu verlieren.

Leichter dagegen fällt es mir im darauffolgenden Song, in dem es da heißt „Can We Just Be Friends“. Das ist ja eigentlich nun nicht gerade das, was man gerne hört, ausgenommen bei dieser musikalischen Darbietung 🙂 . Dieser Titel gehört meiner Meinung nach ab sofort in jedes gut sortierte DJ-Set, damit es zu keinem Stillstand auf der Tanzfläche der nächsten DarkWave-Party kommt. Naja, und nicht zuletzt auch daher, dass keiner am nächsten Morgen sagen kann, man hätte nicht gewarnt 😉 .

Get Me schließt sich musikalisch an und macht thematisch weiter. Dies ist ein Song, der von der ersten Minute seiner Entstehung an scheinbar wirklich absolut jedem Spaß gemacht zu haben schien, der daran mitwirkte. So hört er sich an: cool, locker, selbstbewusst bis in die Haarspitzen. Kurzum: Das ist ansteckend. Gehört also auch mit in den DJ-Koffer hinein!

Abgeschlossen wird mit dem EP-namensgebenden Song Hush und hier wird erneut die volle Bandbreite des Könnens der jungen Hauptstädter dargeboten. Dass es sich dabei um den aufwendigsten produzierten Song handelt, glaubt und hört man sofort. Dieser wurde mit dem Friedrichshainer Jugendchor aufgenommen, sowie Drums und Stomps in einem leeren Swimming Pool eingespielt und die Lyrics bis zu drei Mal eingesungen. Und ich darf sagen: Ja, dies hat sich gelohnt!

Und während die letzten Töne des Songs – und damit auch der EP – ausklingen, stelle ich fest, wie perfekt das Artwork dazu passt. Sascha Pace formuliert es so: „Wir haben mit dem EP Cover direkt Bezug darauf genommen. Es ist eine Fiktion über das “Golden Girl”, ein besonderes, erleuchtetes Mädchen, welches auf der Flucht ist, sich versteckt und unsicher über ihre Zukunft ist. Sie flieht vor einem Regime, welches sie aufgrund ihrer Besonderheit verfolgt. Sie hat versucht, gegen das Regime anzukämpfen und die dort lebenden Menschen zu bekehren. Der Erzähler sieht sie in seiner magischen Kugel und leitet sie weg von ihren Häschern. Inspiriert hat uns hierbei das DDR Funkhaus, in welchem wir unser Hauptquartier aufgeschlagen haben und damit auch die Geschichte der DDR. Im übertragenen Sinne passt der Song auch genau zu dem, was gerade in der Welt passiert. Diese Millionen von Menschen, die sich fürchten müssen und auf der Flucht sind.

Fazit:

Yeah, endlich neuer Stoff für die Dancefloors und die Konzerthallen des Landes! Ab Song No.3 wäre cool in der Ecke stehend für mich zumindest längst nicht mehr drin 🙂 . Der Veröffentlichung eines kompletten Albums von PALAST sehe ich schon mit schwingenden Hüften entgegen.

 

Tracklist:

1. Crucify
2. Best Of Me
3. Just Friends
4. Get Me
5. Hush

 

Release:
28. Oktober 2016
Genre: Synth-Pop
Label:
NoCut Entertainment
Anspieltipp:
Just Friends, Get Me, Hush
Order: www.devilsatwork.de/de-palast
Homepage:
www.palastband.com

 

Text: Ginger Chan