EP-Review: Intent Outtake – Eclipse

Intent Outtake Eclipse

Melodisch tanzbaren Dark Elektro gibt es vom Leipziger Duo Intent:Outtake. Bereits 2011 gegründet war es zunächst ein Solo-Projekt von Komponist, Texter und Keyboarder Andreas Engleitner, aus dem zahlreiche Remixe hervorgingen. Mit der Unterstützung des kurz zuvor dazu gestoßenen Sängers und Texters Bastian Polak, wurde 2014 auf dem Wave Gothic Treffen erstmals eigenes Material vorgeführt. Seit dem können die beiden auf zwei Alben zurückblicken, die es in den Deutschen Alternative Charts weit nach oben schafften: Wake Up Call (VÖ Januar 2015) auf Platz 5 und About Halos (VÖ Mai 2016) sogar auf Platz 2. Ein erster Vorbote auf das in diesem Herbst erscheinende dritte Album ist die kürzlich veröffentlichte EP Eclipse, die aktuell Platz 7 der DAC belegt.

Mit 12 Titeln ist diese auch deutlich länger als gewöhnlich und enthält abgesehen vom Titelsong Eclipse, der in 5-facher Ausführung vorhanden ist, zwei weitere neue Songs, sowie Remixe bisheriger Werke von Terrorfrequenz, Mechanical Moth, evo-lution, reADJUST, Novastorm, Desastroes, The Unknown und Wutklang.

Die Texte handeln vor allem von sozialen Ungleichheiten und fehlender Menschlichkeit, sowie vom Zerfall der Menschheit und ihrer Umwelt. Mit ihrer Musik wollen Intent:Outtake zum Nachdenken anregen und sagen selbst: „Der größte Feind des Menschen ist nunmal der Mensch selbst.„.

Die EP beginnt mit dem gleichnamigen Titelsong Eclipse. Sirenen und die Worte „Welcome! This is the end“ lassen Apokalyptisches vermuten. „Eclipse“, also Finsternis, ist als Titel sehr treffend, denn die Gedanken, die diesen Song treiben, sind wirklich dürster: „Only the silence […] has remain to us. […] And if we promise improvement would you forgive us? Would you preserving us from death?“ – eine Art Gebet zu einem möglichen Erlöser? Treibende Elektro-Beats, die den Hörer unweigerlich dazu auffordern sich zu bewegen, werden mit einer eingängigen Melodie und der tiefen Stimme von Bastian gemischt, die die Lyrics mal gefühlvoll singend und mal animalisch schreiend performt. Vor allem diesen Song kann man sich Live oder in den Clubs sehr gut vorstellen: tanzende Menschen, die sich im zuckenden Stroboskop-Licht zum Beat bewegen. 

100 Hertz Schmerz ist eine Dark Elektro Ballade, die mit schmerwütigem und melancholischem Sound, der dank Synthesizern trotzdem absolut tanzbar ist, daher kommt. Sie handelt von Ängsten, vor allem vor Zerfall („Gebrechlich von meiner Alterszahl, mein Spiegelbild fremd, ist Leben gleich Qual?„) und Manipulation („Hypnotisierte Massen, die Wahrheit stets zensiert, sie können es nicht lassen, unser Geist wird kontrolliert.„) und ist als Anklage an unsere Gesellschaft zu interpretieren, die sich davon nicht mehr länger beeinflussen lassen sollte („Von diesen Ängsten eingenommen, dingt der Teufel in uns ein. Die Wahrheit habt ihr uns genommen, drum schaltet ab, es trügt der Schein.„). Es Tobt In Mir schließt musikalisch an den Vorgänger an – eine düstere Synth-Pop und Wave Ballade mit eingägiger Melodie und melancholischem Text.

Auch die Remixe, sowohl von Eclipse als auch von den bisherigen Werken Belüge Mich Nicht, Der Letzte Tanz, The Edge, Der Mammon und Seek and Destroy, sind alle ebenfalls recht finster gehalten. Was zum einen zwar durchaus passend zum Titel der EP ist, zum anderen aber auch den Sound des Duos ausmacht. Denn auch ihre älteren Songs wie beispielsweise Neustart, mit dem sie im September 2015 ihr zweites Album About Halos einläuteten, reiht sich ein in die Riege der dunkel-melancholischen Texte, die mit elektronsichen Industrial Beats untermalt werden.

Fazit:

Insgesamt ist die EP Eclipse sehr düster und entspricht damit total den Erwartungen an die Scheibe und die Band. Nachdenklich, melodisch und tanzbar zählen Intent:Outtake bereits jetzt zu einem Must Have bzw. Must See der Szene, von denen wir in Zukunft sicher noch einiges hören werden. Die EP Eclipse macht auf jeden Fall Lust auf Mehr und vertreibt die Wartezeit bis zum kommenden Album hoffentlich schnell. Sie gehört daher in jedes gut sortierte CD-Regal.

 

Tracklist:

1. Eclipse (Single Edit)
2
. 100 Hertz Schmerz
3. Es Tobt In Mir 
4. Eclipse (Club Edit) 
5. Belüge Mich Nicht (Terrorfrequenz Remix)
6. Der Letzte Tanz (Mechanical Moth Remix) 
7. Eclipse (evo-lution Remix)
8. The Edge (reADJUST Remix) 
9. Elipse (Novastorm Remix)
10. Der Mammon (Desastroes Remix)
11. Eclipse (The Unknown Remix)
12. Seek And Destroy (Wutklang Remix)

 

Release: 02. Juni 2017
Genre: Dark Elektro, Synth-Pop, Dark-Wave
Label: Sonic-X
Anspieltipp: Eclipse, 100 Hertz Schmertz, Es Tobt In Mir
Order: www.amazon.de
Homepage: www.intentouttake.de

 

Text: Steph Lensky