CD-Review: Sister – Stand up, Forward, March!

Sister Stand up Forward March

Treffender als mit Stand Up, Forward, March! hätten die vier Schweden von Sister ihr bereits drittes und neuestes Werk kaum betiteln können. Denn was sich bereits im Opener Destination Dust ankündigt, zieht sich die komplette Scheibe hindurch. So beginnt dieser sehr langsam und erzeugt haufenweise Spannung beim Hörer, bevor es sich mit voller Wucht entlädt, um auf genau das vorzubereiten, was einen das komplette Album erwartet: ein nicht mehr zur Ruhe kommender Orkan, der einen regelrecht zum Abfeiern einlädt ohne dabei an Melodiösität einzubüßen. Sehr stark geht es mit dem zweiten Song Carved in Stone, welcher auch die erste Singleauskopplung darstellt, weiter. Dieser ist sehr sleaze-lastig und erinnert stark an ihre Kollegen, die Sleaze-Rock Überflieger von Hardcore Superstar. Chapeau an die Herren von Sister!

Ebenfalls sehr sleazy kommen Liberation Song und Dead Mans Dirt daher. Hier macht sich vermutlich auch etwas das Songwriting des neuen Bassisten Martin Sweet (Crashdiet) bemerkbar, da diese beiden Songs auch locker auf einer derer Scheiben zu finden sein könnten. Die letztgenannten Titel bieten allesamt eine gehörige Portion Partylaune und durch ihre tanzbaren Rhythmen sorgen sie dafür, dass man gar nicht mehr anders kann, außer sich im Takt zur Musik zu bewegen. Selbst der größte Tanzmuffel kommt hier nicht daran vorbei sein Tanzbein zu schwingen.

Im Vergleich zu den anderen Tracks eher ruhig, aber deswegen nicht weniger schlecht ist Let it bleed. Hier wird ein Ausflug in Richtung Goth-Rock unternommen und sticht somit stark heraus. Durch die ebenfalls düsteren Vocals, teils sogar verzweifelten Schreie Jamies, übertragen sich die Gefühle – Wut, Verzweiflung, Trauer – die der Song erzeugt regelrecht beim hören, was wohl somit einer der emotionalsten Sister Songs der Bandgeschichte sein dürfte. 

Ganz heiß wird es hingegen nochmal zum Schluss des Silberlings. Bei Piece of Shame ist eindeutig eher die punkige Seite des Quartetts zu hören und somit ist es nicht verwunderlich, dass man sich am liebsten in den nächstbesten Moshpit stürzen möchte, bevor man den Sturm endgültig entflieht.

Fazit:

Dieses Drittlingswerk ist das wohl stärkste und abwechslungsreiche Album von Sister, das einen von Beginn an in die für die Jungs typische Mischung aus Sleaze, Punk, Rock und Metal entführt. Kein Song gleicht dem anderen und somit wird man immer wieder auf’s Neue überrascht und kann vor Verzückung einfach nicht mehr still halten. Absolute Anspieltipps sind die sleazigen Rocksongs Carved in Stone und Dead Mans Dirt, welche regelrecht zum Abfeiern einladen. Somit bleibt zum Schluss nichts anderes zu sagen außer: Stand up, Forward, March! in die Plattenläden! Geht euch das Album besorgen und am Besten auf der im Dezember anstehenden Tour das Tanzbein zu den neuen Meisterwerken schwingen.

 

Tracklist:

1. Destination Dust
2. Carved In Stone
3. Lost In Line
4. Trail of Destruction
5. Carry On
6. Unbeliever
7. Let It Bleed
8. Liberation Song
9. Dead Mans Dirt
10. Endangered Species

 

Release: 25. November 2016
Genre: Sleaze, Punk, Dark Rock, Metal
Label: Metal Blade Records
Anspieltipp: Carved In Stone, Dead Mans Dirt, Unbeliever
Order: www.amazon.de
Homepage: www.sisterofficial.com


Text: Jessy Roxx