CD-Review: Silver Dust – The Age Of Decadence

Silver Dust The Age of Decadence oberirr
Im März des vergangenen Jahres bereits in der Schweiz – dem Heimatland von Silver Dust – released und als Download auf Bandcamp weltweit zur Verfügung gestellt, erfolgt am 23. Juni 2017 der europaweite Verkaufsstart der physischen Kopie von The Age Of Decadence.

Sobald die ersten Sekunden des zweiten Albums der Rocker aus dem Alpenländle loslaufen, wird man mit harten Giffs und einem Wechsel zwischen Sprechgesang und kehliger Singstimme in feinster französischer Lyric willkommen geheißen. Welcome ist eine Eröffnungsnummer, die nach einem bizarrer Spiegelwelt mit Gauklern, Spielleuten und Drachen klingt. Ganz ehrlich: Diese Nummer muss performed auf einer Bühne der Wahnsinn sein!

Und wer sich dabei denkt: Mensch, Lord Campell und Tiny Pistol können ja ganz schön hart und ganz schön kehlig, dem wird gleich im Anschluss noch bewiesen: sie können auch ganz schön episch und ganz schön melodisch. 😉 Heaven Knows und My Heart Is My Savior sind diese Art von Nummern, die zeigen, wie viel Tiefe und Ausdruck in Silver Dust steckt. Und damit es nicht monoton wird, mischt die Schweizer Combo beim Song Princesse De Ma Chair noch ein wenig Elektro mit dazu. Oh, und wer sich zwischendurch nach der etwas härteren Gangart sehnt: Shame on You liegt noch mittendrin, wo Bassist Kurghan und Mr. Killjoy am Schlagzeug so richtig aufdrehen.

Mit Motre d’Aimer sind wir dann auch genau im Zentrum dieser bizarr-schönen Spiegelwelt angekommen, bevor sie mit The Age Of Decadence langsam verlassen wird. Noch klingt es leicht, beschwingt, farbenfroh – obwohl das beigelegte Booklet in schwarz/weiß gehalten ist, mit einem wundervoll passenden Design – doch wird im Übergang und Verlauf zum titelgebenden Song durch den kreativen Einsatz verschiedenster Instrumente und einer sirenenhaften, weiblichen Stimme es ein wenig abgedreht und faszinierend dämonisch.

Und so geht die Reise weiter, bis zum Ausgang aus dieser Traumwelt, bei dem Lord Campell gemeinsam mit seine Duettpartnerin Carlyn Monnin Vergebung erfleht, bevor seine Seele diese Welt verlässt.

Fazit:

Diese Scheibe hören zu dürfen, war ein richtiger Genuss, obwohl ich mich selbst nicht als Anhänger von rauen männlichen DarkRock-Stimmen bezeichnen würde. Mit Age Of Decadence habe ich meinen Horizont definitiv erweitern können, da die Platte im Gesamten auch äußerst vielseitig ist. Da wird mal englisch, mal französisch gesungen. Mal melodischer, mal kräftiger. Mal gitarrenlastiger, mal elektronischer. Ein klangliches Kuriositätenkabinett, was aber absolut zum Image der erst 2013 gegründeten Band passt.

Eine Umsetzung dieser Stücke stelle ich mir live äußerst sehenswert vor. Wer weiß, wohin es Silver Dust auf ihrer diesjährigen Europatournee so treiben wird. Weitere Termine sind ja in Planung und können tagesaktuell unter www.silver-dust.net abgerufen werden. 

 

Tracklist:

1. Welcome
2. Heaven Knows
3. My Heart Is My Savior
4. Shame On You
5. Princesse De Ma Chair
6. Morte d’Aimer
7. The Age Of Decadence
8. Now We Request
09. The Judgment Day
10. Forgive Me

 

Release: 23. Juni 2017
Genre: DarkRock
Label: Fastball Music
Anspieltipp: Heaven Knows, Now We Request
Order: www.saturn.de
Homepage: www.silver-dust.net

 

Text: Ginger Chan