CD-Review: Schwarzschild – „Radius“

Seit dem erfolgreichen Crowdfunding um das Debüt-Album von Schwarzschild war ich schon sehr gespannt wie es sich wohl anhören wird. Und zu meiner Freude ist dies ein Musikprojekt, was sich noch die Zeit nimmt ihr erschaffenes akustisches Werk mit einem zweieinhalb minütigen Intro einzuläuten, damit die Entdeckungsreise dann sanft starten kann. Die genutzten Rhythmen und Melodienfolgen sind altbewährt und solide, so wie der deutschsprachige Text. Es wird mit Auferstehen noch nichts gewagt, aber die Aufmerksamkeit des Hörers gewonnen.
Im Anschlusstitel Bis zum Ende der Zeit klappt das alles dann besser, sodass dieser Song sich durch Melodie und verfremderter Stimme sehr gut auf den Dancefloors der Szeneclubs machen könnte.


Der Sound vom Ruf der Nacht erinnert an den Stil von In Strict Confidence oder Blutengel zum Beginn dieses Jahrtausends, mit denen diese Musikprojekte ja nicht zu unrecht erfoglreich unterwegs waren. Es klingt einfach gut. Text und Stimme tragen natürlich das Siegel von Schwarzschild. Wobei sich beim Hören für mich ein leichtes Gefühl entwickelt was sich bei In meinem Blut noch verschärkt: Durch den Text und die Art von Sänger Dino Serci diesen wiederzugeben driftet es leicht in die Richtung des Deutschen Schlagers ab. Aber auch nur, da sich seit einiger Zeit die Produzenten dieses Genres aus Synthie-Elemente der Alternativen Szene bedienen. Und dafür kann das Duo aus dem Ruhrgebiet nun wirklich nichts. Teil II dieses Songs – Das Erwachen – kriegt da auch wieder sehr gut die Kurve. 🙂
Und daher möchte ich davor warnen das junge Musikprojekt (gegründet im Frühjahr 2016) in die erwähnte Ecke voreilig abzuschieben. Die Texte sind weit ausgefeilter und deren Thematik viel realer und ernster, braucht man sich doch nur einmal Mein Feind oder Auferstehen anzuhören.

Abgeschlossen wird der von Echozone am 25.05. veröffentlichte Silberling mit einen BonusTrack: Bis zum Ende der Zeit hat sich Reaktor angenommen und ihren Sound dazugemischt, was dieses Erstlingswerk im Gesamten sehr gut abrundet.

Fazit:

Man hört auf dieser Scheibe sowohl die langjährige Erfahrung von Sänger Dino Serci, wie auch von Programmierer Peter Daams sehr gut heraus. Sehr erfreut bin ich darüber, dass dieses Projekt sich der deutschen Sprache bedient. Warum auch nicht? Das Arrangement der Texte und vor allen von den Themen ist mehr als hörenswert.

 

Tracklist:

01. Gravitationswelle
02. Auferstehen
03. Bis zum Ende der Zeit
04. Ruf der Nacht
05. In meinem Blut
06. Der letzte Weg
07. Das Erwachen (Ruf der Nacht – Part II)
08. Mein Feind
09. Heute
10. Wir sind nicht allein
11. Zuviel Leben
12. Bis zum Ende der Zeit (Ray of Hope Edit by REAKTOR)

 

Release: 25. Mai 2017
Genre: Future-Pop / Industrial
Label: Echozone
Anspieltipp: Ruf der Nacht, Das Erwachen
Order: www.schwarzschild-music.de/shop
Homepage: www.schwarzschild-music.de

 

 

Text: Ginger Chan