CD-Review: Roterfeld – Blood Diamond Romance + Gewinnspiel [beendet]

Roterfeld Blood Diamond Romance oberirr Review

Fein gemachter Düsterrock kommt ja für gewöhnlich aus dem hohen Norden. Dieses vorliegende Werk hier stammt jedoch aus dem österreichischen Vorarlberg. Aber ob Norden oder Süden: Klare Bergluft scheint wie geschaffen zu sein, um eine gefühlvolle, eindringliche Stimme zu formen. Die Abgeschiedenheit von rauen Berge sorgt dann wohl noch für tiefgängige Riffs. Dies findet man ja so eigentlich eher bei skandinavischen Goth/Rock-Projekten. In dieser Hinsicht steht Rotenfeld ihnen aber in nichts nach. Im Gegenteil: Es wird noch eine Portion Vielseitigkeit mit hineingebracht und dadurch ist jedes Stück für sich gesehen ein wenig anders, ein wenig besonders, aber nie uninteressant.

Eröffnet wird mit Don’t Be Afraid Of The Dark, einer grundsoliden Düsterrock-Nummer. Das ist schick. Aber so schlicht bleibt es nicht. Denn schon im nächsten Song weiß man, dass man es hier mit einem Debütalbum zu tun hat, was mehr ist als der erste Gehversuch. Blood Diamond Romance wird mit einem süffisanten Lächeln und einer Erhabenheit dahergebracht, die der Dekadenz von solchen Typen Form gibt, deren Arroganz einem unterm Strich doch schliecht und einfach ankotzt. Top umgesetzt.

Mit Great New Life hätten wir dann hier einen richtig schönen Song für das eigene Cabrio: Verdeck runter, das Sweatheart schnappen und einfach weg. Richtig weg. Also alles sprichwörtlich hinter sich lassen. Hier habt ihr den Soundtrack dazu. Ohne Wut. Ohne Zorn. Mit Gefühl. Und wenn ich nicht wüsste, dass Sealed With A Kiss eine Coverversion aus den 60ern ist, ich würde dies für ein Original halten, da die Worte genau für die Stimmbänder von Aaron Roterfeld geschrieben worden zu sein scheinen. Eindringlich, jedoch nie aufdringlich, berichtet der Song über bittersüßen Trennungsschmerz, getragen von den Streichern des Prager Symphonieorchesters.

Die Wut und der Zorn, der bei Great New Life weggelassen wurde, ist dann in Sick Of Being Bored geflossen. Mit dem musikalischen Arrangement bereitet er wunderbar auf den darauf folgenden Song STOP vor. Das ist eine richtig schöne, klassische Club-Nummer. Treibend. Kraftvoll. Hart. Lob an den DJ, der diesen Track im Repartoire mitführt.

Und jetzt kommt mein Favourit: I’d Rather Ride Into Hell! Die Dekadenz, Erhabenheit und Leidenschaft, die in den Lyrics beschrieben ist, bekommt durch den Gesang Raum und Tiefe. Genau mein Ding. Warum? Na hört es euch doch mal an. 🙂

Nach dem Durchlauf von Blood Diamond Romance II (The Cha Cha Cha Song) wird einem dann auch endgültig klar, warum die internationale Presse den Frontmann Aaron Roterfeld auch gern schon mal als „Falco des Düsterrocks“ bezeichnet. Der österreichische Schmäh, die hinreißende Dekadenz, die beeindruckende Charakterstimme, die raffinierte Wortgewandtheit und und und. Ja, ja, ja. Passt alles!

Nothing Lasts But The Past
lässt das Album im wahrsten Sinne des Wortes nach 10 Titeln ausklingen. Mehr braucht es aber auch nicht. Ich hatte Alben im CD-Player, wo ich standardmäßig schon gut 1/3 nach kurzem Anspielen weiterdrückte. Hier passiert mir das maximal bei dem letztgenannten Song. Und das auch nur, weil ich unbedingt die CD wieder auf Repeat hören möchte. 🙂

Fazit:

Dass dies tatsächlich ein Debütalbum sein soll, kann ich bei der Ausgereiftheit der Harmonien und Texte nicht glauben. Soweit mir bekannt, ist Mastermind Aaron Roterfeld vorher noch nicht durch andere Veröffentlichungen in Erscheinung getreten. Dieses Album ist jedoch weit entfernt als mit „die ersten Gehversuche in der Musikindustrie“ bezeichnet zu werden, sondern weist eine Vielseitigkeit auf, die sich bei anderen Projekten erst nach dem 2 – 3 Alben einstellen. So kann man ein Folgealbum nicht erwarten, wenn es denn eines geben wird, denn der Release von Blood Diamond Romance liegt nun auch schon 5 Jahre zurück.

Aber ein guter Whiskey braucht ja auch seine Zeit zum reifen, bevor er seine volle Kraft entfalten kann – alles andere wäre Ethanol. Und vielleicht reift ja auch schon wieder etwas heran in den österreichischen Bergen, welches ebenso ein Genuss werden könnte. Und wie bei einer exquisiten Spirituose gilt auch hier: Erst so eine ausgereiftes Stück in der die heimische Sammlung verleiht dieser ein gewisses Niveau. Somit ist schon dieses Album eine unbedingte Kaufempfehlung!

 

Tracklist:

1. Don’t Be Afraid Of The Dark
2. Blood Diamond Romance
3. Great New Life
4. Sealed With A Kiss (Cover)
5. Sick Of Being Bored
6. STOP
7. I’d Rather Ride Into Hell
8. Blood Diamond Romance II (The Cha Cha Cha Song)
9. Going Down
10. Nothing Lasts But The Past

 

Release: 14. Oktober 2011
Genre: Dark Rock
Label: Premium Records
Anspieltipp: Blood Diamond Romance, I’d Rather Ride Into Hell
Order: www.amazon.de
Homepage: www.roterfeld.com

 

Gewinnspiel:

DAS GEWINNPIEL IST BEENDET, BITTE NICHT MEHR TEILNEHMEN! 

Da man sich immer am besten mit den eigenen Ohren überzeugen sollte, verlosen wir mit freundlicher Unterstützung von Aaron Roterfeld 2 x das Album Blood Diamond Romance! Löst die Gewinnspielfrage – kleiner Tipp: die Antwort findet ihr auf unserer Webseite. 😉 – und schreibt eine Mail mit der Lösung, eurer Adresse und den Betreff „Roterfeld“ an gewinnspiel[at]oberirr.de – Einsendeschluss ist der 25.11.2016 23:59 Uhr. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los. Viel Glück!

Gewinnspielfrage: Wodurch hat der namensgebende Song letztes Jahr (2015) von sich Reden gemacht? 

 

Text: Ginger Chan