CD-Review: Maerzfeld – Ungleich

Maerzfeld definiert sich „ungleich“…

Schonungslose Texte, harte Gitarren und eine unverkennbare Stimme zeichnen die Männer aus dem Süden aus, die sich bereits mit Stahlzeit einen Namen in der deutschsprachigen Rockmusik-Szene machen konnten. Während sie allerdings als Stahlzeit darauf verzichten mit eigenen Texten zu punkten, sondern sich der Werke Rammsteins bedienen, erfreuen sie ihre Hörer als Maerzfeld mit Eigenkreationen. Bereits 2009 wurde der Entschluss gefasst, dass es den Musikern nicht ausreicht sich mit „fremden Federn“ zu schmücken und lediglich als Rammstein Tribute Band bekannt zu sein, sondern auch eigene Botschaften in die Welt hinausgetragen werden sollten und so wurde die parallel laufende Band Maerzfeld ins Leben gerufen.

2012 konnten sich die Männer um Frontmann Heli Reißenweber einen Vertrag bei Südpolrecords sichern, was eine Neuveröffentlichung ihres ersten Albums Tief (erste Veröffentlichung 2009) nach sich zog. Die darauf folgende Tournee durch Süddeutschland brachte weitere Bekanntheit und Promotion für das erste Werk der damals noch 6 Mann starken Band. Im gleichen Jahr, sowie im folgenden Jahr 2013 konnten sich die Musiker als Support von Bands wie Eisbrecher, Stahlmann und In Extremo beweisen, was ihnen mit Bravur gelang.

Es folgte eine nahezu komplette Umbesetzung der Band, bevor 2014 das zweite Album Fremdkörper in den Plattenläden erschien. Mit diesem Silberling im Gepäck wurde erneut Eisbrecher auf der Schock-Tour begleitet, bei der sie bereits den Song Es Bricht aus ihrem kommenden Album präsentierten und als Maxi CD an das Publikum verteilten. Nach dieser Tour verabschiedete sich Keyboarder Thilo Weber aus der Band Maerzfeld, blieb Stahlzeit allerdings bis zu seinem kürzlichen, tragischen Tod weiterhin erhalten – an dieser Stelle möchte ich mein aufrichtiges Beileid an die Band und die Angehörigen aussprechen und ihnen viel Kraft für alle weiteren Wege wünschen! Als Quintett begann Anfang 2017 die Arbeit an ihrem neuen, 11 Track starkem Studioalbum, welches am 13.10.2017 unter dem Namen Ungleich erscheinen wird – anfänglich sollte das Album allerdings Nackt heißen.

Eingeleitet wird die neue Scheibe mit dem Song Zweifel, der einen Refrain mit Ohrwurmcharakter aufweist. Auch textlich bringt es einiges mit, so singt Heli unter anderem über den Drang das trostlose Leben nicht mehr weiter leben zu wollen, doch stellt sich hier auch die Frage, ob der Tod denn wirklich besser sei. Energiegeladen wirkt hier nicht nur der Gesang, denn die Melodie, sowie der Rhythmus laden zum Mitfeiern ein. Dieses Bild soll sich auch bei dem darauf folgenden Werk Meine Lügen Kannst Du Glauben nicht wandeln, denn auch hier wurde ein Song zum Mitsingen und Tanzen geboren. Mit Es Bricht präsentiert Maerzfeld die erste Ballade der Platte, die – wie bereits erwähnt – seit 2015 bei Auftritten gespielt wird und als Single Auskopplung schon geraume Zeit erhältlich ist. Es folgt im Anschluss der Titelsong Ungleich zum neuen Album. Hier distanzieren sich die Musiker von altbekannten Mitläufern und setzen ein klares Statement, dass sie gegen den Strom schwimmen. Auch hier gräbt sich der Refrain schnell in das Gedächtnis und sorgt für absoluten Wiedererkennungswert. Die folgenden Lieder Falsche Helden und Nackt gliedern sich an die Vorherigen an, bevor es mit Stalingrad wieder in die Richtung der Balladen geht. Der Name des zuletzt genannten Werks lässt bereits Schlüsse auf den Inhalt zu. Denn das kalte Grab, das vielen Soldaten in der damaligen Zeit zum Verhängnis wurde, ist bei Maerzfeld nicht zum ersten Mal thematisiert worden. Dennoch erweist sich der Song als wahrlich ausdrucksstark und wirkt, trotz der Balladenform, sehr energiegeladen. Dass sich die Band allerdings in rockigen Tracks wohler fühlt, wird mit Schnitter und Schädling eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Hier greift Frontmann Heli zum ersten Mal in seine Kiste der „verbalen Entgleisungen“, was allerdings alles andere als negativ zu betrachten ist. Zum Abschluss des Albums wird mit Du Fehlst eine weitere Ballade präsentiert, die das Album gekonnt abrundet.

Fazit:

Maerzfeld macht von Album zu Album enorme Schritte nach vorne. Während bei der ersten Scheibe Tief noch enorm viele Einflüsse von Rammstein erkennbar waren, wurden Diese bei Fremdkörper schon nur noch gesucht und sind bei Ungleich nahezu nicht mehr vorzufinden. Die Band scheint endlich dort angekommen zu sein, wo sie sich selbst sieht, was ihrer Musik ungemein gut tut. Der Sound wirkt sehr gereift und erwachsen. Auch die Texte bieten viel Interpretationsspielraum, so wie schon der Name der des Quintetts selbst.

Das neuste Album ist ein must have für Liebhaber der deutschsprachigen Rockmusik. Ein genialer schwarz-bunter Mix durch harte Riffs und Balladen, von Texten zum Nachdenken, bis hin zum Träumen.

Natürlich wurde und wird das Album auch live vorgestellt und gefeiert. So waren die Süddeutschen zum Beispiel zu Gast beim diesjährigen Castle Rock Festival in Mülheim (wir berichteten). Derzeit tourt Maerzfeld mit den Freunden von Heldmaschine durch Deutschland und heizt der Republik gebührend ein, bevor sie am Jahresende bei der Nacht der Helden erneut mit Heldmaschine, aber auch mit Schattenmann und Nachtsucher spielen werden.

13.10.2017 [DE] – Wuppertal, Live Club Barmen *
15.10.2017 [DE] – Dresden, Club Puschkin *
21.10.2017 [DE] – Glauchau, Alte Spinnerei *
22.10.2017 [DE] – Hannover, Musikzentrum *
24.10.2017 [AT] – Wien, B52 *
25.10.2017 [DE] – Olching, Legends Lounge *
26.10.2017 [DE] – Freiburg, Jazzhaus *
27.10.2017 [DE] – Memmingen, Kaminwerk *
29.12.2017 [DE] – Oberhausen, Turbinenhalle **

Karten für die noch kommenden Live-Termine können hier erstanden werden:
* Support für Heldmaschine: www.eventim.de/heldmaschine-himmelskoerper-tour-2017-Tickets 
** Nacht der Helden: www.turbinenhalle.de/nacht-der-helden/.

 

Tracklist:

1. Zweifel
2.
Meine Lügen kannst du glauben
3.
Es bricht
4.
Ungleich
5.
Falsche Helden
6.
Nackt
7.
Stalingrad
8.
Schnitter
9.
Das Licht
10.
Schädling
11.
Du fehlst

 

Release: 13. Oktober 2017
Genre: NDH, Deutsch-Rock, Industrial, Metal
Label: Südpolrecords
Anspieltipp: Zweifel, Stalingrad
Order: www.amazon.de
Homepage: www.maerzfeld.de/

 

Text: Sebastian Degel