Breaking Benjamin – “Ember”

Lange Zeit war es still um Breaking Benjamin. Ein wenig zu still dachte sich wohl auch die Band selbst. Nach drei Jahren voller Konzerte und den ersten Auftritten in Europa 2016 haben sich die Jungs um Frontmann Benjamin Burnley wieder ins Studio gesetzt und das Album „Ember“ kreiert, welches allein durch das Cover schon einen Blickfang darstellt.
1998 gegründet, konnten sie schon mit ihrem ersten Album „Saturate“ (2002) den Durchbruch in den USA erlangen und gehören nun mit ihrem Alternative Metal zu den erfolgreichsten Rockbands in Nordamerika seit Anfang der 2000er. Geprägt ist diese Zeit vor allem durch den Evergreen „The Diary of Jane“, welcher zurecht auf Spotify der beliebteste Song ist. Nichtsdestotrotz sind die Songs aus dem 6. Studioalbum auf dem Weg an die Spitze und das aus gutem Grund.

Die LP startet mit dem Song „Lyra“, welches als Piano-Stück das Intro sowohl für das Album selbst als auch für den darauffolgenden Track „Feed the Wolf“ darstellt. Ein sehr rhythmisches Lied, mit brachialer Härte durch das Main-Riff und gepaart mit sanften Klängen aus den Strophen heraus. Der Refrain selbst bildet dabei einen runden Abschluss durch seine Eingängigkeit.

Mit dem dritten Song zeigt sich „Red Cold River“ als erste veröffentlichte Single des neuen Albums und konnte direkt bei den Hörern Punkten. Dies nicht zuletzt durch seinen kontrastreichen Aufbau in Bereichen der Atmosphäre. Denkt man beim Anfang noch an ein ruhiges Lied, kommt der Weckruf direkt mit dem Chorus und drei kräftigen „Raaaaawrrr“s”. Definitiv ein Headbanger schlechthin des Albums.

Der nächste Höhepunkt des Albums ist der ebenfalls im Voraus gezeigte Track „Psycho“, welcher „Red Cold River nur in Sachen Atmosphäre etwas hinterher hängt. Für mich spiegelt das Lied aber genau den Style von Breaking Benjamin wieder. Ein perfektes Beispiel für das musikalische Know-How der Band.

Es folgt ein vergleichsweise ruhiges Lied mit „The Dark of You“. Ein, wie ich finde, Klagendes , das zum einen auf die Vergänglichkeit des Lebens anspielt, aber dies auch nur als Mittel zum Zweck nimmt. Der Zweck besteht wohl darin, auszudrücken, wie sehr jedes einzelne menschliche Wesen und zum Schluss die Gesellschaft unter dem reinen Träumen und dann dem Nichtstun leidet. So heißt es im Song „…We live, we breathe, we die…„ oder „…The fall of humankind…“. Textzeilen, die alleinstehend schon genügend aussagen.

Weg von der düsteren Stimmung aus „The Dark of You“ hin zu „Torn in Two“ hauen die Jungs aus Pennsylvania auch gleich ein Musikvideo raus, was für einen Song dieser Klasse ein muss ist. Nicht nur textlich durch das Thema der Depression herausstechend, sondern auch musikalisch ist dieses Lied ein möglicher Hit, bei dem die Fans auf den Konzerten mitschreien werden. In den Strophen durch einen sehr dominanten Bass geprägt, zeigt sich die Bedeutung und der Wille hinter dem Song im Refrain ganz deutlich.

Nach den beiden Singles „Blood“ und „Save Yourself“ betreten wir den Schluss des Albums mit „Close your Eyes“. Dieser Song begeistert definitiv durch seinen druckvollen und schnellen Anfang und den teils balladenartigen Chorus.

Das Schlusslicht zeigt sich durch das Lied „Vega“. Eine aufbauende Atmosphäre durch den Einsatz verschiedener Gitarrenmelodien und den dramatischen Rhythmus des Schlagzeuges führen die LP zu einem harmonischen Ende, welches zusammen mit „Lyra“ einen schönen und wirklich gelungenen Rahmen um das Album bildet.

Mit zwei weiteren Songs, „Tourniquet“ und „Down“, kann sich das 12-Song-starke Album wirklich sehen lassen. Vielleicht war es richtig, dass sich Breaking Benjamin so viel Zeit fürs nächste Album gelassen hat. Voll mit schon fast penetrant guten Riffs und einer beachtlichen Planung, was das Konzept und die Spannungskurve des Albums anbelangt, setzen Burnley und Co. ein klares Zeichen für dieses Jahr. Gibt es auch etwas zu bemängeln? Leider ja. Auch wenn ich die LP echt gerne mag, muss ich zugeben, dass eine gewisse Monotonie vorhanden ist. Klar, es ist deren eigener Sound, der sich nach jetzt zwei Jahrzehnten herausgebildet hat, aber es sind nur ein paar Songs, die frischen Wind in die Platte bringen. Wie sehr sich dieses Album jedoch wirklich für die Band auszahlen wird, werden wir erst Ende der Woche sehen, wenn die Chartplatzierungen bekannt gegeben werden. Für mich ist „Ember“ trotzdem ein erster Höhepunkt des Jahres 2018 und hat mit „Torn in Two“, „The Dark of You“ und „Feed the Wolf“ einen Raketenstart verdient.

Youtube:

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Label:

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