MONO INC. – Welcome To Hell – 27. Juli 2018

Das zehnte Album einer Band, die ich immer nur am Rande mitbekommen habe scheint Grund genug zu sein, mir die Rezension aufzubürsten. Challenge accepted, und um es abzukürzen: Zu Beginn war ich von der Idee nicht begeistert, doch jetzt gestehe ich, dass dies ein Glücksfall für mich war. Ich bereitete mich mit einigen der älteren Songs vor und ärgerte mich bereits da schon, dies nicht früher getan zu haben. Und so lagen dann fast 90 Minuten konzentriertes Lauschen in ein Doppelalbum vor mir – CD1 mit „Full-Band-Sound“, CD2 mit den gleichen, jedoch auf klassische Minibesetzung reduzierten Songs (Classic Version).

Das Album Welcome to Hell spielt Anfang 1700 in Hamburg, als die Pest fast 10% der Bevölkerung gemeuchelt hatte. Für eine Hamburger Band ein verständlicher Aufhänger. Der Opener “The Heart Of The Raven” ist genau dies: Das Aufschlagen eines sehr, sehr großen, fest eingebundenen Buches; ein aufgezogener, schwerer Vorhang; ein balladesker Epilog. Hier merke ich bereits, dass ich nahezu ein Hörspiel vor mir habe. Erzählen kann er also auch, dieser Martin Engler. “Welcome To Hell” fasst dann allerdings sofort zusammen, worum es hier geht: Das Grauen. Machlosigkeit, Ausgeliefertsein, aber dies in einer solch dynamischen Form dargeboten, dass ich mich frage, ob Volksmusik tatsächlich irgendeinen Sinn hat. Melodiös, kraftvoll mitreißend, dabei aber nie dumpf gebrüllt – weder von Sänger, noch von Instrument. Charts-Verdächtig. Und dann fühle ich mich plötzlich nach Irland versetzt. Vielleicht, weil ich Irland liebe. Und diesen Song auch. Sofort, nach wenigen Sekunden. Jetzt hab ich ihn zum vierten 

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