10 Jahre | Lord of the Lost | 4 Tage lang!

In Hamburg wurde am vergangenen Wochenende vier Tage lang das 10-jährige Bandjubiläum von Lord of the Lost ausgiebig gefeiert. Absolut gespannt und voller Vorfreude füllten die Fans die seit langem, weitgehend ausverkauften Hallen.

Wie zu erwarten, hielten Lord of the Lost ein durchdachtes Konzept bereit. Das voller Überraschungen war. Mit viel Liebe und Herzblut arrangiert, waren für alle Anwesenden absolute Highlights dabei. Es wurde gerockt, gefeiert, gelacht und mitgesungen.

Freitag – 06.12.2019 – Wunschkonzert in der Markthalle ausverkauft.

Von allen Fans sehnlichst erwartet, egal ob Neu oder von Anfang an dabei:
Lord 2009
Hier kam die Band in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung mit 5 Songs auf die Bühne. Es war ein großartiges Wiedersehen mit Any, Sebsta und Sensai!
Verstärkt durch die frisch blondierten Haare des Herrn Harms und weitgehend der alten original Bühnenklamotten!
Alles in allem eine mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzte Show. Dieser Auftritt weckte für einige definitiv nostalgische Erinnerungen, auch klanglich.

Alle anderen feierten die gut bekannten Songs, die einfach Kult sind.

Die Fotos gibt es hier: https://www.oberirr.de/galerie/index.php?/category/1179

Anschließend enterten Empire of Giants aus Berlin die Bühne und wurden ebenfalls freudig empfangen und beklatscht. Eine Band, die wer sie noch nicht kennt oder kannte, durchaus sehr hörenswert ist. Für mich selber war es das erste Mal live. Davor kannte ich Empire of Giants nur als Weckton (4:45Uhr) von meiner Freundin. Live hat es mich überzeugt.
Deshalb ruhig mal die CD ordern, reinhören. Lohnt sich!

Hier die Empire of Giants Bilder: https://www.oberirr.de/galerie/index.php?/category/1177

Ab 21:30 Uhr war es dann soweit. Lord of the Lost kamen auf die Bühne.
Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung dermaßen energiegeladen und erreichte im Laufe des Abends ihren Siedepunkt. Besonders war natürlich, dass die Setlist im Vorfeld durch eine Abstimmung der Fans zusammengesetzt wurde. Erwähnenswert ist hierbei, dass die Songs laut der abgestimmten Fan-Beliebtheit in aufsteigender Reihenfolge präsentiert wurden. Dies führte zu einer gewissen Komik, da der Abschiedssong-Veteran „Credo“ mitten im Set gespielt werden musste. Das Ergebnis der Abstimmung allgemein führte aber auch fast schon zum Bedauern der Band. Ein Potpourri ihrer ohnehin zuletzt gespielten Setlisten. Deshalb gab es „on Top“ noch vier Songs extra, welche Lord of the Lost selbst ausgesucht hatten, um den Abend noch etwas exklusiver zu gestalten. „Lament for the Condemned“, „One Day Everything Will Be Okay” und „Trisma“ waren allesamt Live-Premieren und brachten die Menge zum euphorischen Toben. Was bei Letzterem als Versuch galt, kommt nun auf der kommenden Tour mit Equilibrium auf die Trackliste. Was mich sehr freut!

Und hier die Bilderstrecke zu Lord of the Lost: https://www.oberirr.de/galerie/index.php?/category/1181


Samstag – 08.12.2019 –  Markthalle ausverkauft.

Irgendwie schien die ausverkaufte Markthalle deutlich voller zu sein, als am ausverkauften Vorabend. Auch ging es am Samstag früher los.
Gegen 19 Uhr startete der Abend mit der Unzucht. Welche wie gewohnt einen großartigen Auftritt hinlegten.
Dass der neue Song  „NEIN“ gespielt wurde war einfach Klasse.

Durch den Abend führte der „Herr der Maden“ Dr. Mark Benecke.

Lord of the Lost starteten daraufhin mit „Raining Stars“, gefolgt von „Loreley“.
Als erste Überraschung kam Gitarrist Rupert Keplinger (Eisbrecher / Darkhaus) zur Unterstützung für „Kill it With Fire“ und „Six Feet Underground“ mit auf die Bühne.
Dieser gab direkt an Matteo VDiva Fabbiani (Hell Boulevard), welcher bei „Do You Wanna Die Without a Scar“ mitsang, ab.
Für „Black Lolita“ und „Die Tomorrow“ wurde auf den ehemaligen Drummer Disco zurückgegriffen. („Disco Disco Uuuuuu Uuuuu“ – funktioniert im Übrigen immer noch).
Den Abschluss für den kurzen Schlenker in die frühe Band-Ära bildeten „Epiphany“ und „Undead or Alive“.
Nun wurde es etwas ruhiger und Scarlet Dorn überraschte bei „Black Oxide“, „Holy F“ und nicht zuletzt „I Love The Way You Say My Name“ – bei welchem sogar die ganze Band ausgetauscht wurde.
Weiter ging es mit Eric Fish (Subway to Sally) für das Nine Inch Nails-Cover „Sin”, gefolgt von „The Love of God“ ohne Gast. Dero Goi (Oomph!) sprang für „Abracadabra“ und dem Chris Harms-Gastbeitrag des Oomph!-Songs „Europa“ mit auf die Bühne.
Und wenn man denkt das ist jetzt nicht zu toppen…
Dann hat man noch nie Roxette‘s „Sleeping in My Car“ bei Lord of the Lost erlebt. Direkt im Anschluss „This Is The Life“ von Amy MacDonald, „The Most Radical Thing To Do” von The Ark und Lady Gagas „Bad Romance”. …jetzt sollte man doch schon alles gesehen haben oder? Weit gefehlt, denn nun ertöne „Everybody“ der Backstreet Boys und hier gab Faderhead als Gast sein Bestes.
Niemand geringeres als Joachim Witt wird an einer Leine auf die Bühne geführt und gebeten, äh Moment befohlen seinen Song „1000 Seelen“ aufzuführen. Den Chris auf dessen Album ebenfalls eingesungen hatte.
Am Bühnenrand konnte man schon seit einiger Zeit einen kleinen Mexikaner beobachten, welcher nun endlich für „Marching Into Sunset“ auf die Bühne schoß. Erk Aicrag (Hocico / Rabia Sorda) blieb dann auch noch für eine spanische„La Bomba“. Welche zusätzlich von Der Schulz (Unzucht) unterstützt wurde. Wahnsinn!
Drag Me To Hell“ und „Dry The Rain“ bildeten dann den Abschluss, bevor alle Überraschungsgäste nochmal auf die Bühne kamen und sich zu der „Y.M.C.A.“-Parodie „L.O.T.L.“ aus der Konserve feiern ließen.


Sonntag 08.12.2019 Friedrich Ebert Halle – Ausverkauft.

Der Einlass dauerte verdammt lange. Und die WC-Schlange war lang, sehr lang. Die Parksituation Hamburg-typisch und die öffentliche Anbindung zu später Stunde durchaus spannend. Kurzerhand fanden sich viele Fahrgemeinschaften zusammen. Trotzdem eine doch sehr schöne Lokation. Etwas schade fand ich persönlich die Ungeduld einiger Personen an der Garderobe. Das Personal, welches die Jacken ausgab, flitzte sehr schnell und überaus konzentriert, um den Ansturm am Ende der Veranstaltung zu bewältigen. Zum Dank wurde sie von einigen Besuchern jedoch gut hörbar über mehrere Minuten hinweg immer wieder beschimpft. So ein Verhalten finde ich mehr als schade. Insbesondere wenn man später sah, dass diejenigen es schlagartig nicht mehr eilig hatten, nach dem sie von einen Musiker begrüßt wurden…

Grey Boulevard, eine Kombination aus Florian Grey und Hell Boulevard. Welche ohnehin Gitarristen-Sharing betreiben, begannen den Abend.
Gleich zwei gute Sänger in Kombination zu haben macht Spaß, besonders wenn einem die Unterschiede in Mimik und Gestikulation deutlich auffallen; es lebe der Unterschied. Einfach toll, so ein ungleiches Paar erleben zu können.

Dann war es so weit und das Lord of the Lost Ensemble trat auf. Die Kombination aus klassischen Instrumenten und den LOTL Songs ist jedes Mal wieder besonders bewegend. Lacher gab es auch. Besonders nach der Pause: Brille… Ständer.

Etwas schade war der Bühnenaufbau. Dieser war relativ ebenerdig. Was unweigerlich dazu führte, das bei den meisten Blickwinkeln immer irgendjemand verdeckt war.
Insgesamt wurde jedoch weitestgehend sehr viel Wert auf Symmetrie gelegt, welche für ein schönes Bühnenbild sorgte.


Montag 09.12.2019 – Friedrich-Ebert-Halle. Gut gefüllt.
Sehr gut sogar, wenn man bedenkt das es Montag war.

Der Schulz: Frontal, Wenn du Sonne siehst, Entre dos Tierras, Meine Liebe, Die Wahren Asis, Mein Leib (zusammen mit Chris Harms),  Du bist nicht allein, Du kannst alles haben.

Die Setlist vom Lord of the Lost Ensemble war identisch mit dem Vortag. Wer jedoch Lord of the Lost kennt, der weiß, dass man trotzdem nicht 1:1 das gleiche bekommt. Es gibt Bands, die kann man nur ein einziges Mal pro Tour sehen und würde auch nichts verpassen. Und es gibt Bands, wie Lord of the Lost. Welche trotz identischer Setlist es schaffen, über viele Tage hinweg, jeden Abend auf seine eigene Weise unvergesslich zu machen.

Fazit: Gerne zum 20. Geburtstag wieder.

Text:  Edita Black / Estra Dragon / Mindbomb und Mickaël Pasquier
Photos: Edita Black / Estra Dragon
Setlisten: Lord of the Lost